Tag 18-21 in Talca, Molina und Nationalpark Siete Tazas

Am Samstag (29.10.2016) wollten wir mit dem Bus von Valparaiso nach Talca fahren. Feli ist ein Tag vorher Richtung Süden abgereist und hat mir/uns am Morgen eine Nachricht geschickt, dass die meisten Busse ausverkauft sind. In Chile war Montag sowie Dienstag Feiertag und durch das verlängerte Wochenende waren viele Chilenen unterwegs.

Also haben wir die Tickets für Busse noch fix im Internet reserviert und hatten Glück, sowohl für die Strecke von Valpo nach Santiago als auch von da weiter nach Talca gab es für uns beide genug Platz.

Da wir um 12 Uhr aus dem Hostel auschecken mussten, sind wir dann auch direkt zum Busterminal, erst zu Fuß und dann mit dem Micro.

Kurz vor Santiago standen wir dann zum ersten Mal im Stau, und das sollte auch den Tag so weiter gehen. Am Terminal in Santiago sind wir schon zu spät angekommen, so dass nur noch ein paar Minuten blieben, um den nächsten Bus zu suchen. Unsere Rucksäcke hatten wir mit den Transportnetzen gesichert doch damit kann man diese leider nicht normal auf dem Rücken tragen. Also sind wir mindestens 10 Minuten (wenn nicht gar länger) am Terminal rumgelaufen und haben die Rucksäcke mit den Armen getragen. Am nächsten Tag hatte zumindest ich Muskelkater. 🙂

Am zweiten Bus angekommen musste ich natürlich noch kurz auf die Toilette und während ich noch weg war, wollte der Fahrer los. Henny sein Spanisch hat glücklicherweise gereicht, ihn davon abzuhalten. 🙂

Danach war abgesehen vom Stau alles gut, der Bus kam 1 1/2 Stunden später als geplant in Talca an. Mit dem Taxi ging es dann ins Hostel, welches auch echt günstig war.

Am nächsten morgen wollten wir zur Touristeninfo in Talca, um zu erfahren, wie man in den Nationalpark 7 Tazas (Reserva Nacional Radal Siete Tazas) kommt. Ein Straßenschild hat uns verwirrt… jedenfalls sind wir ca. 2 km einer Straße in ein Wohngebiet gefolgt um festzustellen, dass dort zwar ein Fischladen, aber keine Info ist. Der Fischladen hatte auch nichts was man direkt hätte essen können, da war ich dann doch schon ein wenig traurig. Also zurück zum Hostel um noch mal im Internet zu schauen.. Irgendwie war klar, dass wir mit dem Micro (kleiner Regionalbus) nach Molina (ca.  50 Minuten entfernt) müssen und von dort geht’s irgendwie weiter. Also zurück zum Busterminal und dann nach Molina.

Dort an der Busstation angekommen haben wir 3 Dinge gelernt:

  1. Der letzte Micro nach Talca fährt 21 Uhr.
  2. Der Bus zum Nationalpark fährt 12:30 und 14:30 und braucht für eine Strecke 2 Stunden.
  3. Zurück nach Molina fährt der Bus um 18:00 sowie 18:30.

Wir hätten an diesem Sonntag noch den 14:30 Uhr Bus nehmen können, hätten dann aber zu wenig Zeit im Nationalpark gehabt. Also haben wir das nicht gemacht, sondern sind direkt am Terminal in ein Restaurant gegangen, in welchem jeder Tisch belegt war von Einheimischen – bis auf einer den wir dann nahmen. Davor stand ein vielleicht 14 jähriger Junge welcher extrem große Stücke Fleisch über Holzkohle gebraten hat. Wir konnten dem Chef erklären, dass wir davon etwas wollen (eine Karte gab es nicht) und dazu gab es grüne Bohnen und „Kartoffelsalat“, Kartoffeln umhüllt von Majo. War super lecker. Wer je in Molina ist und Lust auf gutes Essen wie bei Mama hat: das Restaurant Pablito ist die Wahl. 🙂

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Und auch wenn es nicht jeder versteht: es hat sich angefühlt wie auf dem Weg zum Inselsberg in Langenhain (eine anerkannte Sackgasse in der ich aufgewachsen bin und welche ich mag)  gestrandet zu sein und dort dann eine Thüringer Bratwurst zu essen. 😉

Danach sind wir zurück nach Talca um festzustellen, dass direkt vor unserem Hostel eine Touristeninfo ist. Großartig. Die hatte am Sonntag Nachmittag auch noch offen und der Angestellte hat alle Fragen beantwortet, uns Karten gegeben (und sich dabei entschuldigt dass er die nur in spanischer Sprache hat) und uns gefragt, ob wir Verwandte oder Freunde in der Stadt haben. Als wir diese Frage verneinten wurden wir suspekt angeschaut. 🙂 Außerdem hat er uns auf einen kostenlosen Touristenbus hingewiesen, der jede Stunde von der Plaza de Armas eine Tour durch die Stadt macht. Das klang nach einem Plan für den Abend. Also waren wir kurz vor 19 Uhr am Bus und der war voll. Für uns vollkommen überraschend. Gefühlt waren wir die einzigen Europäer in Talca (was sonst nicht zu den touristischen Highlights in Chile zählt und in Reiseführern als Durchfahrtsstadt erwähnt wird. Deswegen ist Talca auch richtig ruhig und alles andere als überlaufen, was uns besonders gefällt. Es scheint außerdem viele chilenische Besucher anzuziehen.

Beim Bus wollen wir denn den letzten des Tages nehmen,  waren 19:45 Uhr für den 20 Uhr Bus da und ähhhm, der war wieder voll. Sollte am Sonntag einfach nicht sein und das ist dann halt so und auch okay..

Vor unserem Hostel war ein Festplatz, auf welchem auch ein großes Zelt aufgebaut war. Mitten in der Nacht war dann auf einmal richtig viel Lärm vor unserem Fenster. Irgendwann mitten in der Nacht fragte Henny mich, ob dass Stahlplatten sind die aufeinander fallen. Ich sagte nur „Ja, genauso klingt es. Und ich habe keine Ahnung was die machen.“ Am nächsten Morgen war dann das Zelt verschwunden und unsere Frage beantwortet.

Am Montag, 31.10., ging es dann Vormittags wieder nach Molina und von dort ab 12:30 mit dem Bus in den Nationalpark. Hat wirklich zwei Stunden gedauert, weil ein Großteil der Strecke unbefestigt ist, und das ist die freundliche Beschreibung. 🙂

Der Nationalpark ist echt großartig. Auf ca. 1000 Meter Höhe – einem kleinen Hügel der Anden – ist alles mega grün und der Fluss Rio Claro hatte viel Zeit, die „Tassen“ zu formen. Eigentlich hätte der Eintritt für Ausländer auch 5000 Peso pro Person gekostet, der Parkwärter hatte dafür aber keine Quittungen, so haben wir den normalen Tarif von 2500 Peso für Chilenen bekommen. So gegen 16:30 Uhr waren wir dann mit der Tour fertig und sind die 7 km in Richtung Tal gelaufen. Dabei sind wir noch an „Velo de la novia“ vorbei gekommen, wo es auch großartig ist.

Im Tal angekommen, kam dann auch der erste Bus – voll – und hat uns nicht mitgenommen. Der Galgenhumor hat uns da noch geholfen. Der zweite Bus ca. 30 Minuten später, so 19:20 Uhr und es war langsam „kalt“, war auch schon total überfüllt. Aber man hat uns mitgenommen. Stehplatz im Gang bei einer Fahrt über Stock und Stein. Das Festhalten müssen hat den Muskelkater nicht besser gemacht. Ich war trotzdem glücklich und erleichtert, denn im Bus war es warm. 🙂

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Dadurch habe ich gelernt, dass ich mir morgens nicht nur Gedanken darüber machen sollte welches Objektiv ich wohl nehme, sondern auch, wie das Wetter wird und was ich anziehen sollte.

Im Molina mussten wir ca. 40 Minuten auf den Bus nach Talca warten und haben ein wenig mit dem Aufseher des Busterminals gesprochen. Spätestens als er mit und über deutschen Fußball reden wollte, sind wir ausgestiegen – auch sprachlich. Er hat aber regen für die Nacht vorhergesagt, wegen den Wolken am Nachthimmel. Auf der Fahrt nach Talca ging es dann auch tatsächlich los, und zwar ordentlich.

In Talca selbst hat es auch geregnet und da gerade kein Taxi zur Verfügung stand, ging es zum Abendessen in ein Schnellrestaurant am Busterminal, was aber auch lecker war.

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