Tag 22 in Talca und Constitución mit dem Buscarril

Am Dienstag, unserem letzten Tag in Talca, haben wir ausgeschlafen und gegen 11:30 Uhr ausgecheckt. Unser großes Gepäck haben wir noch im Hostel gelassen, da der frühestmöglich buchbare Bus erst um 23:50 Uhr nach Valdivia – unserem nächsten Ziel – startet. Dieses Busticket musste auch ausgedruckt werden (bei den anderen reichte es bisher 30 Minuten vor Abfahrt am Schalter zu sein) und da wir keinen Drucker in unseren Rucksäcken haben, fragten wir die Frau an der Rezeption, ob wir ihr das Ticket per Mail schicken können damit Sie es uns dann ausdruckt. Wir waren schon langsam mit unserem Spanisch am Ende, als wir endlich verstanden haben, dass Sie sich mit dem PC nicht auskennt, wir aber jederzeit dran dürfen. 🙂
Nachdem unser Gepäck sicher verstaut und das Busticket ausgedruckt war, sind wir zum Busterminal um so gegen 13 Uhr mit einem Micro nach Constitución zu fahren. Die Fahrt dauerte für die ca. 100 km etwa 90 Minuten und kostete umgerecht knapp 3€. Nach Constitución sind wir eigentlich nur gefahren, weil ich gern mit dem Buscarril fahren wollte. Über Constitution selbst waren wir nicht so richtig informiert und hatten auch nur etwa eine Stunde Aufenthalt dort. Als wir ein wenig rumgelaufen waren und feststellten, dass wir uns wieder mal in einem Wohngebiet befinden, in dem es nichts besonderes zu sehen gibt, sind wir in ein Restaurant und haben Mittag gegessen. Wieder ein Restaurant für Einheimische und wieder keine Karte.. Wir bestellten frischen Fisch mit Kartoffeln und dazu Durazno-Saft (Pfirsich wie sich dann herausstellte). War mal wieder super lecker. Direkt danach ging es zum Bahnhof, wo wir die Zugtickets kauften (2100 Peso pro Person, wieder etwa 3€). Die Zugfahrt selbst hat etwa 3 1/2 Stunden gedauert und war einfach fabelhaft. Ganz langsam schlängelt sich der Zug durch eine wunderschöne grüne Landschaft entlang des großen, grandiosen Rio Maule. Mal Wald, mal Lichtungen und Weinanbaugebiete, hier und da vereinzelt ein Wohnhaus und teilweise kann man die Andenkette bestaunen. Insgesamt gibt es 11 Stationen, an denen der Zug hält. Bei jeder Zwischenstation gab es eine kleine Blechhütte als Unterstand für die Wartenden und drei bis vier Wohnhäuser. Das war eigentlich alles an menschlicher Zivilisation.. Einfach ein tolles Erlebnis..

Irgendwann während der Fahrt setzte sich ein Chilene namens Claudio neben mich und sprach zu schnell – wie hier alle sprechen. Wir kamen aber trotzdem ins Gespräch, da er dann langsamer redete, sodass wir ihm folgen konnten. Er wollte zurück nach Hause, in eines der Dörfer zwischen Constitución und Talca. Mittlerweile merkten wir auch, dass Claudio ganz schön betrunken war und ein lallendes chilenisches Spanisch ist wirklich sehr schwer zu verstehen.. Im Laufe des Gesprächs sagte er zu Henny, er solle doch mit ihm Spanisch sprechen. Ich habe es einfach mal so Wort für Wort wiederholt, woraufhin er mit freudestrahlend die Hand gab. Ich fand es lustig, Henny glaube ich weniger..^^ Er schwärmte (höchstwahrscheinlich) über die Landschaft und erzählte uns etwas über die Umgebung – wir verstanden nicht so viel. Alles in allem war es aber ein lustiges unterhaltsames Gespräch und wir haben das Wort „linda“ gelernt, welches soviel wie großartig oder verzaubert bedeutet..

Da wir 20 Uhr in Talca ankamen und noch Zeit hatten bis der Nachtbus fuhr, ging es zur Pizzeria von José. Dort bestellten wir zwei Bier. Später dachten wir uns, dass eine Kleinigkeit zu Essen auch nicht schaden kann. Auf der Karte gab es allerdings nur große Sandwiches und Pizzen. Also fragen wir, ob wir einfach ein wenig warmes Brot mit Avocado und Knoblauch bekommen könnten. Etwa 5 Minuten später kam genau dass, was wir bestellt hatten. Der Kellner hatte uns also verstanden. Ich bin begeistert. 🙂

Nachdem wir bezahlt hatten ging es zurück ins Hostel um unser Gepäck zu holen. Ich hatte ein T-Shirt im Zimmer vergessen, welches das Personal glücklicherweise einfach auf mein Gepäck gelegt hatte. Ich bedankte mich freudestrahlend und bat Sie uns noch ein Taxi zum Terminal zu bestellen, da wir mit dem großen Gepäck Nachts keine 2 km durch die Stadt laufen wollten. Das Taxi kam auch direkt als wir das Hostel verlassen hatten. Am Busterminal haben wir in dem Schnellrestaurant noch eine Sprite getrunken und das WLAN ausgekostet. Der Bus kam mit circa 10 Minuten Verspätung an. Im Bus selbst hatten wir Plätze ganz hinten oben, wodurch wir etwas mehr Beinfreiheit hatten. Demzufolge waren die 7 Stunden Nachtfahrt nach Valdivia ganz entspannt. 🙂

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