Tag 23 und 24 in Valdivia in der Región de Los Ríos

Gegen 7:30 Uhr kam unser Nachtbus in Valdivia (circa 750 km südlich von Santiago) an. Mit steifen Knien und steifem Nacken (ich hab mich wohl komisch in den Sitz gelegt) holten wir unser Gepäck. Da wir nicht wussten ob wir so früh schon im Hostel einchecken können und es draußen genieselt hat und kalt war, haben wir am Busterminal in einem kleinen Laden ein chilenisches Frühstück zu uns genommen: Bürger mit dem Namen Sandwich (mit richtig viel Majo) und Kaffee aus Instantpulver. Dieses Frühstück lag schon schwer im Magen. Gegen 9 Uhr sind wir dann trotzdem schon mal zu unserem ersten Hostel gelaufen, in welchem unser Zimmer sogar schon hergerichtet war und wir sofort einchecken konnten. Nach dem Duschen und Zähneputzen sind wir wegen dem Regen erstmal ohne Kameras zurück zum Busterminal um unsere nächsten Bustickets nach Pucon zu kaufen. Das war notwendig, da Henny von der „schlechten“ Internetseite der Busgesellschaft ziemlich angefressen war.^^ Mit den Bustickets ging es dann weiter zu unserem zweiten Hostel für die übernächste Nacht. Dieses haben wir später gebucht als uns auffiel, dass wir nur eine Übernachtung in Valdivia gebucht haben, obwohl wir zwei Nächte dort bleiben wollten. Dann war unser erstes Hostel natürlich ausgebucht. Vom zweiten Hostel bekamen wir eine Bestätigungsmail mit einem ziemlich langen spanischen Text, welchem wir entnehmen konnten, dass wir die Buchung noch mal bestätigen müssen. Das haben wir dann direkt vor Ort gemacht. Da das zweite Hostel direkt am Fluss liegt, sind wir anschließend parallel zum Fluss in die Innenstadt gelaufen. Auf einer Holzkonstruktion am Flussufer lagen etwa 10 Seelöwen. Diese haben wir eine Zeit lang beobachtet, bevor es weiter ging zur nahe gelegenen Touristeninformation. Mit reichlich Material versorgt gingen wir weiter zum Hauptmarkt am Wasser. Dort gab es wie überall Obst & Gemüse, Käse und natürlich frischen Fisch sowie Meeresfrüchte. Direkt neben diesem Markt befindet sich auch der Hafen für Ausflugsschiffe, wo wir auch eine Schifffahrt um die „Isla Teja“ zum Ort Punucapa für 24.000 Pesos buchten (Im Normalfall hätte die Fahrt 30.000 Peso gekostet aber wegen dem Nieselregen gab es Rabatt). Das erschien uns bei den gegebenen Wetterbedingungen das sinnvollste. Die Fahrt sollte 16:00 Uhr beginnen und etwa 3 Stunden dauern. Da das schwer liegende Frühstück langsam verdaut und es auch Mittagszeit war, gingen wir in ein Restaurant und teilten uns eine Kleinigkeit zu Essen, während wir das Material der Touristeninformation gesichtet haben.. Insgesamt gibt es dort viele Outdooraktivitäten und mehrere Nationalparks in der Umgebung. Der Park der uns am meisten zugesagt hat – Reserve National Mocho-Choshuenco – war allerdings ganz schön weit entfernt und so beschlossen wir, vor der Bootstour noch einmal zur Touristeninformation zu gehen um zu erfahren wie man da am besten hin kommt. Dort wurde uns gesagt, dass man für diesen Nationalpark erst nach Panguipulli fahren muss, um dann dort direkt vor Ort Touren buchen zu können. Die besten Chancen hätte man wohl am Wochenende.. Das wird also gerade nichts. Auch nicht schlimm, dann nehmen wir einen anderen Nationalpark der näher liegt – die sind eh alle traumhaft.. Mit der Wegbeschreibung zum Parque National Alerce Coster versorgt, suchten wir uns nun noch eine Bank, in der keine Gebühren fürs Geld abheben verlangt werden, bevor es wieder zurück ins Hostel ging.
Mit Kameras ausgestattet fanden wir uns 15:30 Uhr am Hafen ein und die Tour startete auch planmäßig 16 Uhr mit vielleicht 20 anderen Leuten – chilenische Touristen. Den Erklärungen an Bord über die Region konnten wir leider nicht folgen, wir haben nur ziemlich oft „Bier“ gehört. Nach circa 90 Minuten legte das Schiff an Punucapa an und wir gingen an Land. Als erstes ging es zur Kirche, in der der Guide auch wieder ununterbrochen von Bier redete. Im Anschluß ging es zu einer Familie die Cidre privat herstellt. Diesen durften wir verkosten und hätten auch welchen kaufen können. Unmittelbar danach gab es in einem Haus nur wenige Meter weiter noch eine Bierverkostung. Als alle Gläser geleert waren ging es zurück zum Schiff, auf welchem schon leckerer Himbeer-Käse-Kuchen sowie ein trockenes Käse-Schinken-Sandwich auf uns wartete. Über einen anderen Fluss ging es zurück zum Hafen von Valdivia. Selbst wenn wir nicht viel verstanden haben (erst recht nicht die ständige Erwähnung von Bier) war die Tour schön und entspannend.
Wir gingen noch kurz einkaufen und danach zurück ins Hostel.

Am Donnerstag wollten wir eigentlich in den nächstgelegenen Nationalpark wandern gehen (und Fotos machen), aber mit Regen macht das auch keinen Spaß. Also entschieden wir uns stattdessen den Tag in Valdivia selbst zu verbringen.
Wir verließen das erste Hostel um zu unserem zweiten für die kommende Nacht zu gehen. Dort stellten wir nur unser Gepäck ab und gingen mit unseren Kameras Richtung Fluss.
Wieder bei der Holzkonstruktion für die Seelöwen angekommen, sahen wir einen Hund mit darauf, welcher die Seelöwen ankläffte. Das fand ich ziemlich mutig – eigentlich sogar leichtsinnig – aber für den Fall, dass es einem Seelöwen zu viel wird hielt ich die Kamera bereit. 🙂 Wir sahen nicht wie ein Seelöwe den Hund verprügelt, ein paar schöne Fotos sind denke ich trotzdem dabei..
Nachdem wir dort eine Weile gestanden und beobachtet hatten ging es weiter zum Markt. Dort kauften wir von einer älteren Dame selbstgemachte rote Marmelade ohne zu wissen was für eine Geschmacksrichtung, denn die App übersetzte uns die genannte Frucht mit Teppichboden. Hoffentlich schmeckt sie nicht danach.^^ Ein paar Stände weiter wurden Käselaibe angeboten. Wir fragten ob wir mal kosten dürfen (der meiste Käse hier ist eher Geschmacksneutral) und die eine Sorte war auch echt lecker, allerdings wollte Sie uns nur die kompletten verkaufen und der kleinste wäre 2 kg gewesen. Zwei Kilo Käse im Rucksack zwischen meinem Gepäck?!? Och nö, muss auch nicht sein..
Auf der Marktseite zum Hafen hin hatte ein Fischer seinen Stand und war gerade dabei das Fanggut zu köpfen und auszunehmen. Die Abfälle schmiss er einfach ein Stück hinter sich, wo sich Seelöwen und alle möglichen verschiedenen Vogelarten um die Delikatessen stritten. Dieses Spektakel ließen wir eine Weile auf uns wirken und stellten fest, dass wir jetzt auch Fisch essen wollen. Unser Hostel war ohne Küche und so gingen wir in ein Restaurant direkt am Hafen. Wir entschieden uns für ein kleines Restaurant im zweiten Stock eines Gebäudes, welches wir durch Zufall entdeckt hatten. Dieses war mal wieder sehr voll und wir vermuten dass das eine private Feier war, denn zwischendurch ist immer mal jemand aufgestanden und hat eine Rede gehalten oder gesungen. Somit hatten wir auch eine nette Unterhaltung während wir unseren Fisch aßen, der wie immer hier in Chile super lecker war. Die Kellnerin fragte uns nach dem Essen, ob wir noch einen Kaffee trinken wollen. Diesen lehnten wir freundlich ab, da wir uns denken konnten wie er schmeckt (heißes Wasser und Instantpulver). In der Stadt selbst hatten wir einen Mc Donald gesehen und hegten somit die Hoffnung, dass durch die weltweite Standardisierung der Kaffee dort schmecken könnte. Also auf zu Mc Donald. Enttäuscht stellten wir fest, dass es die gleiche heiße Plörre wie überall anders war. Henny hat seinen brav ausgetrunken, ich war mit dem halben Becher bedient..
Während wir durch die Stadt schlenderten sahen wir einen Markt für Kleidung und Kunsthandwerk. Dort deckten wir uns mit warmer Kleidung für den Süden ein. Für Henny gab es einen Poncho sowie einen Alpakaschal, für mich ein Paar Handschuhe sowie einen Alpakapullover.
Mit unseren neuen Errungenschaften ging es ins Hostel, wo wir Bilder sortierten. Trotz dem Wetter ein gelungener Tag.. 🙂

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