Tag 35 – Saltos Del Río Petrohué

Am Montagmorgen servierte ich verbranntes Spiegelei. Henny hat seines brav gegessen, ich wollte meines der Katze andrehen – leider erfolglos. 😉
Als ich dann das Marmeladeglas öffnete, explodierte dieses quasi in meiner Hand. Das viele Schütteln während des Transportes war dem wohl nicht so gut bekommen. Die Marmelade selbst war allerdings richtig lecker, wenn wir auch immer noch nicht wissen was für eine Frucht das sein soll. Also alle Rückstände der Detonation beseitigen und dann gibt es halt Brötchen mit Butter. Schmeck auch gut.
Danach ging es zum zweiten Hostel und ab 11 Uhr saßen wir im Micro zu den Saltos Del Río Petrohué – trotz Regen und grauem Himmel. Die Fahrt kostete 2000 Pesos pro Person und dauerte etwa eine Stunde.

Der Eintritt in den Park selbst kostet 4000 Pesos pro Person und besteht bei den Wasserfällen aus drei kleinen Rundwegen. Die wollten wir der Reihe nach ablaufen. Gleich zu Beginn entschieden wir uns nach anfänglichem Zögern, die Regenschutzfolien über die Kameras zu ziehen. Im Nachhinein eine gute Entscheidung..

Der Weg „Saltos del Petrohué“ führt – wie der Name schon vermuten lässt – direkt zu den Wasserfällen und man kommt da auch recht nah ran. Trotz des Wetters war es super. Die Geräusche sind eindringlich und zusammen mit dem in den dunklen Wolken liegenden Ur-, in diesem Fall Regenwald, einfach schön anzusehen. Hinter den Wolken hat sich zwar der Vulkan verstecken können, aber dass hat die Schönheit nicht im entferntesten geschmälert. Diese Stelle ist allerdings auch der Hauptanlaufpunkt für Touristengruppen und irgendwann fanden wir uns zwischen einer deutschen Reisegruppe wieder – Zeit zu gehen. 🙂

Der Park ist sehr touristisch ausgebaut und so gibt es auch eine kleine Hütte, in welcher man Essen, Trinken und Souvenirs kaufen kann. Wir standen dort eine weile und warteten dass jemand einen Kaffee bestellt. Als es endlich soweit war, sahen wir, dass es sich um Kaffee aus Kapseln handelt und bestellten auch einen. Und der war gut. Wenn es sonst nur diese löslichen Tütchen gibt, ist alles gut. 🙂

Der zweite und etwas längere Weg „Los Enamorados“ verläuft direkt durch den Urwald. Jeder Baum ist umschlungen von anderen Pflanzen und alles wirkt richtig alt und verschlafen. Der Weg führt erst zu einer kleinen Lagune mit einem Wasserfall und am Ende zu einer Stromschnelle flussabwärts vom großen Wasserfall. Dorthin haben sich deutlich weniger Menschen verlaufen und wir konnten in Ruhe das Naturschauspiel genießen. Ich glaube, ich saß dort etwa eine Stunde einfach auf einem Stein wie in Trance und genoss das beste Fernsehen, das es überhaupt gibt – die Natur selbst! 😉

Der dritte Weg „Carilemu“ führt an einer kleinen Klippe vorbei zu dem deutlich ruhigeren Fluss „Los Enamorados“. Auf diesem Weg hat der Nieselregen zu richtig schönem Regen mit dicken Tropfen gewechselt. Wir gingen dann also etwas schnelleren Schrittes wieder zurück zum Eingangsbereich des Parks, wo ein großes gemütliches Steinhaus mit Wartebereich für den Bus ist. Dort angekommen haben wir die trotz des Regenschutzes leicht feuchten Kameras erstmal getrocknet und dann die mitgebrachten Brötchen mit Käse und Bierschicken ausgepackt.

Na Hallo! :-)
Na Hallo! 🙂

 Daraufhin kamen direkt zwei ziemlich große Hunde an und haben mich belagert. Selbst als ich die Wurst vom Brötchen mit ihnen geteilt hatte, standen die beiden weiter mit großen Augen um mich herum. Also gab ich ihnen alles was ich hatte, ich hab ja noch ein paar Reserven und wenn man mit solchen Augen angeschaut wird.. Henny haben die Hunde wohl als größeren Fressfeind erkannt und in Ruhe gelassen.

 

Kurz danach kam auch der Bus und wir führen wieder Richtung Puerto Varas. Im Bus selbst war es ziemlich kühl, keine schöne Kombination mit den nassen Klamotten aber man kann nicht alles haben. Der Ausflug hatte sich trotzdem gelohnt. 🙂

Zurück in Puerto Varas ging es noch auf einen kleinen Abstecher zu einer Statur direkt am Wasser. Eigentlich ist das ein typisches Postkartenmotiv, da die Statur ihre Arme in die Höhe streckt und sich auf der anderen Seite des Sees ein Vulkan befindet. Diesen konnten wir leider durch die ganzen Wolken nicht sehen und so gingen wir ins Hostel zurück. Als etwa 30 Minuten später der Himmel aufklarte, hatten wir die Hoffnung, doch noch Fotos vom See und den beiden Vulkanen ohne Wolken machen zu können. Unser Hostel war in der Straße „Mirador“, was auf deutsch soviel wie Aussichtspunkt bedeutet. Also haben wir die Kameras genommen und sind bis zum Ende der Straße gegangen, von wo es tatsächlich einen tollen Ausblick gibt.. wäre nur der blaue Fleck am Himmel etwas größer gewesen, hätten wir die Vulkane sicher sehen können. Einmal dort, wollte ich trotzdem ein Foto machen, da es auch ohne die Vulkane eine schöne Kulisse war. Und dann Panik: meine Kamera ging nicht an! 🙁
Also zurück ins Hostel und erstmal der Sache auf den Grund gehen. Die Versuche mit einem anderen Akku und einem anderen Objektiv und einer anderen Speicherkarte blieben erfolglos. Mal ging sie kurz an und dann war wieder nichts mehr. Meine Stimmung war am Tiefpunkt. Die einzige Erklärung war, dass doch Feuchtigkeit in der Kamera selbst ist. Akku und Speicherkarte wieder raus und erstmal alles trocknen lassen. Das war zumindest die Hoffnung.

Die Wettervorhersage lautete auch weiterhin grau und regnerisch, also entschieden wir uns doch schon am nächsten Tag zur vorgelagerten Insel Chiloé weiter zu reisen. Wir buchten noch kurz ein Hostel und den Fernbus von Puerto Montt nach Castro für 14:15 Uhr. Nach Puerto Montt wollten wir einen der vielen Micros nehmen..

Da ich nur voller Anspannung im Hostel saß und dringend Ablenkung brauchte, war es ganz gut, dass Henny vergessen hatte beim ersten Hostel den Schlüssel abzugeben. Wieder in die vom Regen durchgeweichte Jacke sind wir los und zum alten Hostel.

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Anschließend gingen wir Abendessen in einem kleinen gemütlichen Fischrestaurant. Der gleich zu Beginn gereichte Pisco Sour hat die Lage vorerst entspannt. Zum Fisch selbst kam noch eine Flasche Weißwein, welche wir auch nicht ignorieren konnten.

 

Zum Schluss des Tages sind wir dann noch mit einem Budget von 8.000 Peso (circa 11€) in das Kasino am See. Weder die Automaten noch der Roulettetisch konnten unsere Reisekasse aufbessern. Nach 45 Minuten hatte die Bank alles gewonnen..

Die Nacht war für uns beide nicht so toll, ich konnte keine innere Ruhe finden und für Henny war das Bett deutlich zu kurz, sodass seine Füße immer seitlich rausgeschaut haben. Außerdem war die Konstruktion des – nennen wir es Lattenrost (lose aufgelegte Holzbretter im Metallrahmen, die dazu auch noch 2 cm zu kurz waren um den Platz voll auszunutzen), nicht für Menschen in seinem Format gedacht.
Noch vor dem Aufstehen probierte ich die Kamera und sie ging wieder an. Auch mehrmaliges Ein- und Ausschalten funktionierte und sie löste auch aus. Leider hat sie wohl trotzdem etwas abbekommen wie sich jetzt im Nachhinein herausstellt. Aber es wird gehen..

Unverhofft gab es auch noch Frühstück im Hostel welches wir zwar weder bestellt noch bezahlt hatten, aber es wurde darauf bestanden. Pfannkuchen gab es auch. 🙂

Um 11 Uhr ging es dann wieder vollgepackt los zum Busterminal.

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