Tag 36 – 37 Fahrt nach Castro auf der Insel Chiloé und Nationalpark Chiloé

Etwa 11:15 Uhr saßen wir im Bus auf dem Weg nach Puerto Montt. Wir gingen davon aus, dass die Fahrt eine Stunde dauert und waren überrascht als sie nach nur 30 Minuten vorbei war. Also fragten wir erstmal den Busfahrer ob wir schon da sind; das erklärte auch den Preis von 800 Pesos pro Person.

Unterhaltung im Bus.
Unterhaltung im Bus.

 Den Anschlussbus von Puerto Montt nach Castro auf der Insel Chiloé hatten wir allerdings erst für 14:15 Uhr gebucht. Während ich auf das Gepäck aufpasste, ging Henny also zum Schalter um zu fragen, ob es prinzipiell möglich wäre, die Tickets auf den Bus um 12:15 Uhr umbuchen zu können. Offenbar wurde seine Frage als Aufforderung verstanden, denn er kam gleich darauf mit neuen Tickets für den früheren Bus zurück.

Um die Wartezeit zu verkürzen setzten wir uns in ein Café im Busterminal, in welchem es auch Internet gab.

Auf der Fähre.
Auf der Fähre.

 

 

Dann ging es weiter. Diese Fahrt dauerte etwa 3 1/4 Stunden und kostete 6500 Peso pro Person. Von Puerto Montt bis zur Fährenüberfahrt dauerte es ungefähr eine halbe Stunde. Wir konnten während der Überfahrt auch den Bus verlassen und zwei Decks höher uns den Pazifikwind durch die Haaren sausen lassen. War ganz schön frisch aber herrlich. 🙂

Wieder an Land ging es für weitere 90 Minuten zum Zentrum der Insel und der Hauptstadt, Castro. Wir wussten, dass unser Hostel etwas abseits ist und gingen daher als erstes zur Touristeninformation, am Plaza de Armas, vier Blocks vom Busterminal entfernt. Dummerweise wird da offenbar gerade umgebaut, denn das Schild an der Tür übersetzte die App mit „arbeitslos“. Ansonsten war da drinnen nichts zu sehen außer einer großen Baustelle.

Da die Stadt sehr hügelig ist und wir nicht genau wussten, wo das Hostel zu finden ist, noch Lust hatten mit jeweils über 20 kg Gepäck bergauf und bergab durch die Stadt zu irren, hieß die Lösung für uns ein Taxi. Aber vorher noch kurz in den Supermarkt, Essen für den Abend und den nächsten Tag einkaufen. Am Eingang stellen wir unser Gepäck ab, Henny passte darauf auf während ich einkaufen ging.

Vollbeladen sind wir dann in das erste Auto, das wie ein Taxi aussah, gestiegen. Im Nachhinein haben wir gecheckt, dass es ein Colectivo war, welche nach Stadtteilen aufgeteilt fahren. Der Fahrer hat deswegen nicht gleich gewusst, wo die Adresse ist, sondern nur die grobe Richtung. Nach einmal verfahren und zweimal fragen waren wir aber am Ziel. Da das Hostel auf den ersten Blick verlassen wirkte, stieg er sogar mit aus und blieb, bis jemand kam. Andernfalls hätte er uns zu einer anderen Unterkunft gefahren. Einfach klasse diese Freundlichkeit.

Nachdem wir in das sehr gemütliche Hostel Altos de Gamboa eingecheckt hatten, hat uns die Besitzerin auch noch eine viertel Stunde lang – angenehm langsam sprechend – erklärt, wie wir in die Stadt kommen und was es im Umland an Nationalparks und anderen Sehenswürdigkeiten gibt. Besonders die Kirchen, für die die Insel wohl bekannt ist, hat sie uns ausführlich erklärt. Wir haben einfach zugehört, da wir uns nicht trauten ihr zu sagen, dass uns die Kirchen nicht interessieren. Das hatten wir in der Form auch noch nicht und war einfach spitze. Im Internet haben wir uns noch ein paar weitere Informationen zusammengesucht und uns dann entschieden, am nächsten Tag in den Parque Nacional Chiloe zum Wandern zu fahren. Des Weiteren wollten wir eine Nacht länger in Castro bleiben als geplant – konkret 3 statt 2 Nächten.

Beim Abendessen sind wir mit einem Spanier, der auch auf für ein Jahr auf Reisen ist, ins Gespräch gekommen. Da wir noch oft überlegen, was wir sagen müssen, hat er irgendwann gemeint: dies hier ist keine Prüfung und das er Spanischlehrer ist. Hat es nicht einfacher gemacht. 🙂

Am nächsten Tag, dem 16.11.2016, haben wir vom Busterminal den Bus um 11:30 Uhr zum Nationalpark genommen. Nach 70 Minuten war die Haltestelle erreicht. Kostenpunkt 1500 Pesos pro Person. Im Park selbst gibt es mehrere kleine Wege, von ein paar Hundert Metern bis 4 km zur Küste hin und zurück. Normalerweise müsste man auch hier Eintritt bezahlen, aber die Ranger sind gerade im Streik und so sparten wir diesen. Der Park ist interessant, teilweise geht es durch ein Moor, weshalb die Wege auch dort ein wenig höher als Holzpfade ausgebaut sind. Andere Wege gehen direkt durch den Wald und wieder andere durch Dünen zum Meer.

Wir fingen an mit den Wegen durch das Moor und den Wald. Auf einer Bank saß gerade der Spanischlehrer und hielt Siesta und so setzten wir uns zu ihm und unterhielten uns.. über das Leben und das Reisen und wie wenig man eigentlich benötigt und doch besitzt – oder besitzt es einen.? 😉

Er wollte den nächsten Bus zurück zum Hostel nehmen, sagte uns aber das wir den Dünenweg unbedingt noch laufen sollten, der würde sich lohnen. War auch echt schick. 🙂

 

Kleiner Snack zwischendurch.
Kleiner Snack zwischendurch.

 

 

Mit dem Bus um 17:30 Uhr ging es dann zurück nach Castro. Direkt vor dem Ausgang des Busterminals war ein Stand, an dem es für 1.000 Peso eine Art Schaschlik vom Holzkohlegrill gab. Das wollten wir probieren und ich muss sagen: muy bien.

Für den nächsten Tag hatten wir uns einen Strand rausgesucht, welcher sehr abgelegen ist. Dahin fährt auch kein Bus, nicht mal in die grobe Richtung. Da wir das schon wussten, wollten wir uns ein Auto mieten und hatten am Tag vorher auch schon im Internet geschaut. Gestern waren noch welche verfügbar, heute Abend leider nicht mehr. Der Spanischlehrer hat uns dann von einem anderen Hostel erzählt, welches auch Autos vermietet. Dort werden wir es am nächsten Tag auf gut Glück probieren..

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