Tag 39 – 41 in Quellón auf Chiloé, Cailin und ein Abend in Puerto Montt

Am Freitag haben wir gegen 11:30 Uhr das Auto zurückgegeben und sind dann direkt ans Busterminal um zu schauen, wann der nächste Micro nach Quellón fährt. Das war perfektes Timing, denn wir mussten diesmal keine 5 Minuten bis zur Abfahrt warten. Für 1700 Pesos pro Person kamen wir gegen 14 Uhr an dem gefühlt bisher kleinsten Busterminal überhaupt an. Das Örtchen liegt direkt am Wasser an der Südspitze der Insel Chiloé und ist mit seinen 13.000 Einwohnen sehr verschlafen. Obwohl der Ort relativ klein ist, sind wir erst einmal in die falsche Richtung gelaufen. Irgendwann kamen wir aber doch am Hostel an und waren in der ersten Nacht vermutlich auch die einzigen Gäste.

Da wir die Küche nicht mitbenutzen durften und hungrig waren, sind wir direkt nach dem Einchecken los und haben uns ein kleines Restaurant gesucht. Wir wollten Fisch bestellen und da es keine Karte gab haben wir die Bedienung und gleichzeitig Köchin gefragt was es denn so gibt. Sie meinte Fisch gäbe es nur frittiert und ansonsten hätte sie Curanto, eine Spezialität der Insel Chiloé. Das wollte ich eh mal probieren und wir haben es dann beide bestellt.

Chiloé - Curanto.
Chiloé – Curanto.

Gebracht wurde dann jedem von uns ein riesengroßes Netz gefüllt mit Muscheln, Kartoffeln, einer Art Kassler, Hühnchen und ein in Frischhaltefolie verpackter Kartoffelbrei. Kurz danach brachte Sie jedem von uns von eine Tasse mit einer Brühe. War wirklich super lecker aber leider viel zu viel. Mit vollen Bäuchen ging es dann erstmal zurück ins Hostel, ausruhen.

Im Aufenthaltsraum des Hostels gab es eine gemütliche Sitzecke, auf der wir es uns bequem gemacht haben um mal wieder Fotos und co. zu bearbeiten und Texte zu schreiben. Außerdem haben wir geschaut, wie es in den Tantauco Park geht. Leider sind wir aus den verschiedenen Internetseiten nicht wirklich schlau geworden. Aber wir hatten gelesen, dass es auch in Quellón eine Tourinsteninformation gibt. Zu dieser wollten wir dann am nächsten Tag gehen.

Abends ging es noch mal raus einkaufen um schon mal Proviant für den nächsten Tag zu haben..

Chiloé - Quellón.
Chiloé – Quellón.

Eigentlich wollten wir am 19. November 8:00 Uhr aufstehen da erstens die Touristeninformation um 9 Uhr öffnen soll und zweitens, wir gelesen haben, dass man früh in den Park fahren soll, da die Anfahrt auch länger dauert. Der Wecker war zwar gestellt und aktiviert, allerdings nur für Wochentage und es war Samstag. Tja..dann.. stehen wir eben eine Stunde später auf, ein Zeichen das wir den Schlaf gebraucht haben. 🙂

Nach dem Frühstück ging es dann los durch die kleine Stadt in Richtung Info. Wir hatten zwar die Adresse aus dem Internet, konnten diese aber nicht finden, denn die Hausnummer gab es einfach nicht. An einigen Häusern waren auch zwei verschiedene Hausnummern dran, aber nirgends die gesuchte.. Irgendwann entschieden wir umzudrehen und entlang der Hauptstraße unser Glück zu versuchen. Da das ebenfalls erfolglos blieb sind wir als nächstes zum Busterminal gelaufen, aber auch dort wirkte alles verschlafen.. hier ist das Wochenende also noch Wochenende – ganz im Gegensatz zu den großen Städten in Chile.

Wir liefen gerade einfach ein wenig rum ohne Plan, als uns jemand auf der Straße ansprach und fragte ob wir eine Bootsfahrt machen möchten, zum Beispiel zum Strand und dem südlichsten Punkt der Panamericana oder zu einer der Insel vorgelagerten Insel. Dann kam ein zweiter hinzu und sagte uns, dass er uns auch in den Nationalpark fahren könnte, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man da nicht hin. Allerdings hätte er erst gegen Nachmittag Zeit gehabt und das war uns dann zu spät. Für 2 Stunden Fahrzeit pro Strecke lohnt sich das nicht mehr.. Bootsfahrt klingt auch nach einem super Plan, dann machen wir die zu der vorgelagerten Insel. Diese sollte 15 Uhr los gehen und so gingen wir langsam zurück in Richtung Hostel.

(Eigentlich wollte ich noch die Namen und Webseiten der beiden hier einfügen, aber ihre Visitenkarten habe ich nicht mehr, da sie sich in meiner Jacke befanden und mir diese gestohlen wurde..)

Kurz nach 15 Uhr fanden wir uns am Treffpunkt ein und dort wartete auch schon Nikolai mit seinem Großvater, dem Fischer. Das Boot heißt Küstennebel – es kann losgehen. 🙂 Die Fahrt zur Insel Cailin dauerte etwa 1 1/2 Stunden, während uns auf halb Spanisch und halb Englisch die verschiedenen Inseln mit ihrer Kultur, Tradition und Lebensweise näher gebracht wurden.

Die Insel Cailin selbst ist in 4 Sektoren eingeteilt, wobei insgesamt 500 Menschen auf der Insel leben. Es gibt 4 Schulen und in einer ist nur ein Schüler. Wir besuchten den Friedhof, auf dem fast alle Gräber mit kleinen Hütten übersacht sind (da der Regen sonst die Gräber aufschwemmt), den Platz für große Feste, die Stellen wo Curanto zubereitet wird und den Fußballplatz, dessen Rasen vielleicht nicht in bester Ordnung ist aber die Kulisse ist besser als jedes Stadium: Meer und im Hintergrund Vulkane von der Andenkette. Cailin selbst ist erst seit 3 Monaten an das Stromnetz angeschlossen..

Danach ging es wieder zurück nach Quellón. Während der ganzen Zeit wurde die traditionelle Musik der Insel gespielt. Für den Abend gab uns Nikolai noch Empfehlungen für ein Restaurant und eine Bar. Außerdem fragten wir ihr, wie es mit dem Bus zum Ende der Insel bzw. der Ruta 5, der chilenischen Panamericana geht. Das ist ganz einfach: es gibt in Quellón nur eine Buslinie: in die steigt man ein und die fährt dann bis zum Ende. Haben wir dann auch gemacht und sind noch ein wenig am Strand hinter dem Ende der Straße geblieben. Leider stieg meine Kamera mal wieder aus. Offenbar hat der Body vom Ausflug zu den Wasserfällen doch etwas abbekommen. Im ausgeschalteten Zustand zieht sie den Akku leer, mit vollem Akku geht aber noch alles. Da kommen nur hin und wieder seltsame Fehlermeldungen..

Zurück im Zentrum ging es noch in das empfohlene Restaurant und dann war der Tag auch schon zu Ende.

Am Sonntag, dem 20. November, haben wir dann viel Zeit im Bus verbracht. Zuerst wieder 2 Stunden bis Castro und dann 3 1/2 Stunden inkl. Fahrt mit der Fähre von Castro nach Puerto Montt. Die Stadt ist diesmal nur eine Durchgangsstadion, da am folgenden Tag um 08:15 Uhr der Bus nach Bariloche in Argentinien von hier abfährt. Trotzdem haben wir die paar Stunden in Puerto Montt genutzt, um zum Fisch- und Kunsthandwerksmarkt zu gehen. Da haben wir auch endlich Handschuhe sowie eine Mütze für Henny gefunden. Außerdem gab es an ein paar der Fischstände auch geräucherten Fisch, hatten wir bisher hier noch nicht und wollten den probieren. Fazit: beim nächsten mal wieder frischer Fisch.

Am Montag dann hat um 6:45 der Wecker geklingelt und kurz bevor der Bus auf die 8 Stunden Reise nach Bariloche aufgebrochen ist, waren wir auch am Terminal. 

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