Tag 42 – 43 Bariloche Nationalpark

Am Montag, 21. November 2016, sind wir so gegen 15 Uhr in Bariloche in Argentinien angekommen. Die Fahrt dahin hatte ca. 7 Stunden gedauert, eine Stunde weniger als ursprünglich angegeben. Vermutlich lag das an dem sehr entspannten Grenzübergang. Auf chilenischer Seite sind alle Passagiere ohne ihr Gepäck aus dem Bus raus, in die Grenzabwicklungsstation und haben ihren Ausreisestempel in den Pass bekommen.

Danach ist der Bus noch 20 Minuten weiter über den Paso Fronterizo Cardenal Samoré gefahren, bis die argentinische Grenze erreicht war. Dort ging es erst zur Passkontrolle und Einreise, dann wurde unser Handgepäck und unsere großen Rucksäcke durchleuchtet. Die Einreise in Argentinien war aber im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern echt angenehm, wir mussten keine Zettel ausfüllen sondern es gab einfach einen Stempel in den Pass und fertig. Auch die lange Busfahrt war entspannt, da wir dieses mal die Klasse „Salon Carma“ gebucht hatten. Hier gibt es viel Platz und die Sitze sind richtige Liegestühle.

In Bariloche angekommen, suchten wir erstmal einen Geldautomaten um argentinische Peso abzuheben. Leider gab es keinen einzigen Automaten (in Chile gibt es in jedem größeren Terminal mindestens einen) und so fragten wir an der Information, ob man am Terminal Geld tauschen kann. Das war zum Glück der Fall und so haben wir ein paar der übrigen chilenischen Peso getauscht. Außerdem sagte man uns an der Information, dass man die Stadtbusse in Argentinien nicht bar beim Fahrer bezahlt (noch ein  Unterschied zu Chile) sondern mit einer RFID-Karte. Die konnten wir auch gleich für 40 argentinische Peso (2,50 Euro) kaufen und aufladen. Während wir dann auf den Bus Richtung Zentrum gewartet haben, versammelte sich eine Gruppe von Schülern samt Lehrerin um uns und die Lehrerin hat ihre Schüler dazu angehalten, uns einfach mal Fragen auf Englisch zu stellen, sozusagen als Sprachtraining. Ein wenig schüchtern – von beiden Seiten 😉 – kamen dann auch einige Fragen. Wir fühlten uns aber umzingelt von so vielen Menschen wie im Zoo und waren froh, als unser Bus endlich kam.

Im Zentrum angekommen, stellten wir schon nach der ersten Abbiegung fest, dass eine gute Aussicht vom Hostel auch damit verbunden ist, das ganze Gepäck einem Berg hoch tragen zu müssen.. und irgendwie haben wir es geschafft, am Eingang des Hostels (zur Straße hin ist nur ein etwas größeres Tor gewesen, von dem Treppen weiter nach oben gingen) vorbeizulaufen um quasi fast am Ende der Straße erst unseren Fehler zu bemerken. Bei 27 Grad im Schatten, von dem es auf der Straße kaum welchen gab, kann ich mir schöneres vorstellen. 😉 Im Hostel wurden wir freundlich empfangen und nach einer Dusche wurden uns auch ausführlich alle Möglichkeiten in und um Bariloche erklärt. Nach einem kurzen Spaziergang im Zentrum und entlang des Seeufers haben wir dann beim Abendessen einen Plan für die nächsten Tag gemacht: am Dienstag wollten wir in den nahe gelegenen Nationalpark Llao Llao und für den Mittwoch wollten wir noch mal schauen, was Mietwagen kosten um dann die „Sieben Seen Tour“ auf eigenen Faust zu machen. Uns wurde nämlich gesagt, dass die geführten Touren entlang der Seen teurer sind als mit dem Mietwagen. Wenn man die Tour mit einem englischsprachigen Guide machen will, ist der Mietwagen schon für eine einzelne Person günstiger. Das konnten wir nicht so richtig glauben und wollten uns noch mal darüber informieren.

Die Nacht im Hostel war dann leider nicht so entspannt. Wir hatten wieder mal ein Doppelstockbett und jede Bewegung darauf hat sich angefühlt wie ein Erdbeben. Irgendwann mitten in der Nacht hat Henny mir gesagt ich soll bitte aufhören mich zu bewegen weil er befürchtet dass das Bett zusammenbricht. War das erste mal das ich das in der Form gehört hatte. 😀

Am Dienstag sind wir dann also am Vormittag los, um mit dem Bus die halbe Stunde zum Nationalpark zu fahren. Kostenpunkt der Fahrt waren knapp 24 argentinische Peso pro Person. Der Park Llao Llao ist echt schick. Die Wege führen erst über die Straße und nach ca. einem Kilometer geht es dann direkt in den Wald. Das erste Ziel war einer der Berge bzw. Hügel. Der relativ steile Aufstieg hat sich aber gelohnt, denn die Aussicht wir von Höhenmeter zu Höhenmeter immer besser. Oben angekommen sieht man viele Teile des Nahuel Huapi Sees und des dazugehörigen Nationalparks; einfach traumhafte Aussichten. Und an die beiden Mädels aus Bayern oder Österreich, die mal vor und mal hinter uns gelaufen sind: im Wald kann man auch einfach mal 5 Minuten die Klappe halten und die Stille genießen 😉 Der Weg führte noch an weiteren Aussichtspunkten weiter unten vorbei und gegen 16 Uhr sind wir an der Stelle angekommen, wo ein Fluss von ca. 200 Meter Länge den Lago Nahuel Huapi mit einem kleineren See verbindet. Dort hieß es für uns: Schuhe ausziehen und Abkühlung im Fluss. War zuerst richtig kalt aber irgendwann ging es dann. Von einem nahe gelegenen Hotel fuhr dann letztendlich um 18 Uhr ein Bus zurück nach Bariloche. Als wir die Rückfahrt wieder mit der Karte bezahlt hatten, waren auf dieser noch 0,02 Peso Guthaben: Punktlandung 🙂

Wieder in Bariloche angekommen, buchten wir ein zweites Hostel (da wir das erste nur für 2 Nächte reserviert hatten und das mit dem Doppelstockbett so lange halt nicht sein muss) und schauten uns nach Mietwagen für den nächsten Tag um. Diese waren tatsächlich günstiger als die geführte Tour und wir buchten einen Kleinwagen, da wir das große Gepäck eh nicht mitnehmen wollten. 

 

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