Tag 70 – Das Abenteuer Antarktis beginnt! Tag 1 auf See

Gegen 16 Uhr ging es mit einem Shuttlebus zur Ocean Diamond. Quasi die gesamte Besatzung stand da und begrüßte uns. Wir gaben unseren Pass ab und bekamen ein elektronisches Kärtchen mit unserem Namen & unserer Kabinennummer sowie eine Lochkarte als Zimmerschlüssel. Wir bekamen übrigens die Kabine 604 – mein Geburtsdatum. Dies ist wohl der endgültige Beweis dafür, dass ich mindestens einmal im Leben in die Antarktis darf. Ich kann mein Glück gar nicht fassen. 🙂
Wir mussten 3 Decks nach oben und auf jedem Deck wurden wir gefragt, wohin wir müssen. Auf Deck 6 selbst wurden wir dann bis zu unserer Kabine gebracht – es ging in unser neues Zuhause für die nächsten Tage. Nach über 2 Monaten in Hostels war die Kabine wirklich absoluter Luxus. Richtige Betten mit ordentlicher Bettwäsche und Bettlaken, ein eigenes Bad und aus der Dusche kommt 24 Stunden lang warmes Wasser in einer gleichbleibenden Temperatur. Und das Handtuch – ein Baumwollhandtuch das sich nicht beim anfassen in seine Bestandteile auflöst. Außerdem haben wir unsere Klamotten ausgepackt und zum Teil auf Kleiderbügel gehangen – auch das gab es schon länger nicht mehr.. 🙂

Gegen 17:00 Uhr, das Schiff war noch im Hafen in Ushuaia, gab es in der Mainlounge auf dem Deck 5 eine Willkommensveranstaltung, bei welcher sich auch die Expeditionscrew vorstellte. Die Crew besteht aus ca. 20 Personen, zum größten Teil aus Kanada, USA und Australien.
Im Zuge dieser Veranstaltung gab es auch die Sicherheitseinweisung für den Notfall dass etwas mit dem Schiff sein sollte.
Kurz darauf wurde der Anker gelichtet und es ging durch den Beagle Kanal in Richtung Osten – zum Atlantik. Wir standen draußen und schauten noch mal auf Ushuaia als die angekündigte Sicherheitsübung stattfand. Die Schiffssirene dröhnte sieben mal kurz und einmal lang. Wir wussten noch was zu tun ist: zurück in unsere Kabine, Rettungsweste holen und ein Deck tiefer zur Main Lounge gehen. Dort dann die Rettungsweste anziehen und warten. Ach ja, Ruhe bewahren. Die Stimmung war irgendwie gedrückt. Nach dem alle fast 200 Passagiere die Westen anhatten, war erst einmal Ruhe und der Expeditionsführer, Shane, hat auch durch seine Stimme dafür gesorgt, dass die Übung nicht zur Spaßveranstaltung verkam. Das fand ich wirklich gut. Das Schiff verfügt über zwei Rettungsboote und die Passagiere sind fest auf die Boote eingeteilt. Damit kein Chaos und keine Panik entsteht, werden im Ernstfall die Passagiere im Gänsemarsch zu den Booten geführt. Das haben wir ebenfalls geübt und selbst dabei hat eine eigenartige Stille geherrscht. Ob im Ernstfall die ca. 80 Chinesen an Bord die Anweisungen verstehen, wird sich hoffentlich nicht zeigen (viele Durchsagen gibt es sowohl auf Englisch als auch auf Mandarin). 

Nach der Übung konnten wir dann noch die Expeditions-Parkas, die wir auch behalten dürfen, anprobieren und abholen. Die Schuhe wird es morgen geben.

Um 20:00 Uhr gab es dann endlich Abendessen – wir hatten an dem Tag nichts zum Mittag gegessen und hatten dementsprechend Hunger. Das Abendessen an Bord ist ein serviertes Menü (Frühstück und Mittag gibt es als Buffet), welches man sich selbst zusammenstellen kann. Die Wahl bestand meist aus 2 verschiedenen Vorspeisen (Salaten), 2 Suppen, 3 Hauptgängen (einer davon vegetarisch) und 3 Nachspeisen sowie noch einer Käseplatte. Außerdem gab es Gerichte die jeden Tag verfügbar waren. Zum Abendessen gibt es auch Weiß- und Rotwein kostenlos. Wasser, Tee und Kaffee stehen rund um die Uhr kostenlos zur Verfügung). Soviel Luxus sind wir nicht mehr gewohnt 🙂 Das Essen war auch richtig lecker, also so richtig richtig. Nach 5 Mahlzeiten war mir zwar schlecht aber es hatte sich gelohnt. Vollgestopft sind wir dann noch auf Deck gegangen um den ersten Sonnenuntergang auf See zu genießen. Ich rauchte die letzte Zigarette und Beschloss, dass diese Reise in der Reise der beste Zeitpunkt ist um aufzuhören mit dem Rauchen. Einen besseren Ort als die Antarktis gibt es dafür wohl nicht. 🙂
Auf dem Rückweg zu unserer Kabine ging es dann noch zur gut ausgestatteten Bordbibliothek, um uns zwei deutschsprachige Bücher auszuleihen. Der Anfang der ersten Nacht war auch noch im Beagle-Kanal, also war auch kaum Seegang spürbar. Aber das sollte sich bald ändern. 🙂

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