Tag 72 – Tag 3 auf See – Falkland Inseln: West Point Island & Saunders Island

Robert Cushman: I now belong to a higher cult of mortals, for I have seen the albatross.

Position (gegen 08:00 Uhr): 51“ 20’ S, 60“ 40,2’ W
Zurückgelegte Distanz seit Start: 388 Meilen
Geschwindigkeit: 10 Knoten
Windgeschwindigkeit und Richtung: 10,15 Knoten Nordwest
Außentemperatur: 12 Grad C

Am 22.12.2016 hörten wir gegen 7 Uhr Shanes Stimme über die Bordsystem. Wir hatten über Nacht die Falklandinseln erreicht und so sollte heute die erste Zodiacfahrt sowie der erste Landgang stattfinden. Nach dem Frühstück ging es um 08:30 Uhr dann auch los zu unserem ersten Landgang – West Point Island im Nordwesten der Inselgruppe. Auf dem Zodiac gab es noch kurz eine Erneuerung der Sicherheitsunterweisung und kurz darauf waren wir auch schon an Land. Für die Passagiere mit Mobilitätsproblemen warteten dort zwei Landrover als Shuttle zu unserem Ziel: Devil’s Nose. Wir sind die 2 km über die Insel von der Ost- zur Westseite gelaufen. „Devil’s Nose“ – eine Klippe – ist ein Brutplatz von Schwarzbrauenalbatrossen und Felsenpinguinen. Sowohl die Pinguine als auch die Albatrosse haben Nachwuchs gehabt. Der Nachwuchs der Pinguine war etwa 1-2 Wochen alt, bis ein Kücken der Albatrosse schlüpft vergehen circa 70 Tage und weitere 115 Tage bis es so flauschig ist wie wir es gesehen haben. Die Flügelspannweite eines Schwarzbrauenalbatrosses sind übrigens etwa 2,2m. Nur damit ihr euch vorstellen könnt wie groß die Vögel sind..
Die Tiere nisten quer durcheinander und geben sich so gegenseitig Schutz. Mögliche Angreifer haben da kaum eine Chance. Es war einfach toll dort zu sein und die Tiere eine Weile zu beobachten und ihnen zuzuhören.

Falklandinseln. West Point Island. Devil’s Nose.

Um 12 Uhr sollten wir wieder zurück an der Landestelle sein. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Hügel vorbei, welchen wir hochgehen wollten um die Aussicht zu genießen. Wir waren uns aber nicht sicher, ob wir das dürfen und ob das so ein guter Plan ist wegen eventuellen Mienen. Wir haben also einen der Landrover-Fahrer angehalten und der hat gesagt, dass es kein Problem ist. Oben auf dem Hügel hatten man noch eine schöne Sicht auf das ankernde Schiff in der Bucht. Aus dem zweiten Landrover wurde uns dann aber 10 Minuten später signalisiert, wir sollen wieder runterkommen. In der Nähe der Landestelle gab es im Haus der Inselbewohner – 2 an der Zahl bzw. ganze 4 im Sommer – noch Kekse und Tee. Serviert wurde das alles auf feinstem englischen Porzellan. Schon ziemlich seltsam so etwas auf einer Insel am Ende der Welt zu sehen.
Während des Mittagessens an Bord ist unser Schiff weiter nach Saunders Island, der zweitgrößten Insel neben den Hauptinsel, gefahren. Dort ging es dann wieder mit den Zodiacs an Land. Direkt am Landpunkt war auch gerade eine Gruppe Magellanpinguine. Wir haben uns dort aber nur kurz aufgehalten und sind auf die andere Seite der Insel zu einem Strand gelaufen. Auf dem Weg dahin ging es an unzähligen Pinguinen, einem Schaf und einem Wal-Skelett vorbei. Am Strand selbst sind hunderte Puinguine, zum größten Teil Magellan– und Eselpinguine, die sich erst einmal säubern, nach dem sie aus dem Wasser gekommen sind. Auch ein Königspinguin stand einsam und fast regungslos am Strand, scheinbar so, als würde er über die anderen, deutlich kleineren, Artgenossen wachen.
Ich blieb etwa eine halbe Stunde am Strand und ging dann noch einen anderen Weg an den Brutplätzen der Magellanpinguine vorbei zu einem weiteren Brutplatz von Felsenpinguinen und Schwarzbraunalbatrossen.

 

Henny hatte sich fast die ganze Stunde an den Strand gelegt und gehofft dass ihn ein Pinguin besuchen kommt. War leider weniger von Erfolg gekrönt. 🙂

Gegen 18 Uhr waren wir wieder zurück an Bord. Nach der täglichen Zusammenfassung und dem Abendessen habe ich im Reisetagebuch geschrieben während Henny sich schon mal mit den Fotos beschäftigte. An diesem Tag sind 1400 Fotos entstanden und sowohl die Pinguine als auch die Vögel sind einfach ein tolles Motiv. 🙂 Über die Nacht hinweg ging es einmal um die Falklandinseln herum Richtung Stanley, mit 2300 Einwohnern die „Hauptstadt“ der Inseln.

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