Tag 78 – Tag 9 auf See – Südgeorgien: St. Andrews Bay & Gold Harbour

Rachel Carson ‘The Sense of Wonder’: Those who dwell among the beauties and mysteries of the earth are never alone or weary of life. Those who contemplate the beauty of the earth find reserves of strength that will endure as long as life lasts.

Bericht von der Brücke:
Position (gegen 08:00 Uhr): 54″ 26,3′ S – 36″ 10,5′ W
Zurückgelegte Distanz seit Start: 1397 Meilen
Geschwindigkeit: 10,1 Knoten
Windgeschwindigkeit und Richtung: 10 Knoten Südost
Außentemperatur: 2 Grad C

Am Mittwoch, dem 28.12.2016, wiederholte sich das Spiel vom Vortag. Um 5:45 Uhr wurden wir von Shane seiner Stimme geweckt. Das Schiff war bereits in St. Andrew’s Bay gestrandet. Das ist mit 100.000 Brutpaaren die größte Königspinguin-Kolonie der Insel. Während es schneite starteten gegen 6:30 Uhr die ersten Zodiacs. Wir hatten 30 Minuten mehr Zeit, da unsere Gruppe an diesem Tag mit dem Zodiac-Crusing anfing und die anderen Gruppen erst an Land gebracht wurden. Schon bei der Fahrt entlang des Strandes konnte man den unzähligen See-Elefanten zuschauen, die sich durch den Sand bewegten und sich auch im Gegenseitigen Kräftemessen übten. Mit 6000 Kühen befindet sich hier auch die größte See-Elefanten Ansammlung der Insel. Die ca. 1 1/2 Stunden Zodiac-Fahrt mit Vladimir, der auch Fotos macht und ein Auge für Motive hat, war für uns großartig. Er hat an entsprechenden Stellen angehalten und das Zodiac so geparkt dass wir freie Sicht hatten. Allerdings hatten wir diesmal das Boot mit zwei verwöhnten Kindern erwischt und das Mädel konnte nicht mal eine Minute die Klappe halten und die Umgebung auf sich wirken lassen. Henny meinte ein paar mal es dauert nicht mehr lange und einer fliegt ins Wasser – ich hätte ihn nicht aufgehalten. 😉

Südgeorgien – St. Andrew’s Bay.

Da wir auch entsprechend vor den Landgängern zurück auf dem Schiff waren, waren die Omelette-Stationen leer und so gab es zum Frühstück dann mal ein Omlette. Außerdem gab es Kaffee bzw. für mich heiße Schokolade, frisches Obst und Salamibrötchen – was braucht man mehr. 🙂

Danach ging es dann für uns – immer noch bei Schnee – an Land. 🙂 Perfekt, genauso muss das hier sein im Sommer. Die Pinguin-Kolonie ist über eine weite Ebene verteilt, welche auch noch von einem Fluss durchzogen wird. Diesen durften wir allerdings nicht durchqueren. An der Seite der Kolonie, die für uns nicht zugänglich war, befindet sich der Cook Gletscher, den wir schon vom Wasser aus gesehen hatten (noch vor 30 Jahren war die Abbruchkante des Gletschers direkt an der Bucht, mittlerweile hat sie sich deutlich ins Landesinnere verschoben). Auf dem Rückweg zum Zodiac begegneten wir dann auch einem kleinen, dafür aber sehr garstigen Seebären. Normalerweise macht man sich groß und ist laut wenn die auf einen zukommen und die Tiere lassen ab – nicht aber dieser Kollege. Auch das Zusammenschlagen von Steinen, um Lärm zu erzeugen, hat nicht geholfen. Erst nach zwei Minuten hat der Kleine von uns abgelassen. Angst hatten wir schon, denn er ist bis auf weniger als einen Meter an uns heran gekommen gewesen und die Zähne sahen schon so aus, als würden die problemlos durch Hosen und Schuhe durchgehen. Ich glaub wenn ich da alleine gestanden hätte, hätte ich jetzt irgendwo seinen Zahnabdruck von dem. So ist es glücklicherweise für uns beide gut gegangen und als er das Interesse an uns verlor fingen wir erleichtert und voller Adrenalin an zu lachen. Ich glaube vor diesem Geräusch hatte er mehr Angst als vor den zusammenschlagenden Steinen. 🙂

Am Landepunkt der Zodiacs hatten wir dann noch unseren Spaß mit den See-Elefanten. Die Jungtiere hatten sich über die Ausrüstung der Crew hergemacht. Total neugierig haben die sich auf alles gestürzt und erstmal beschnuppert um es dann später umzuschubsen. Wir haben dann Henny seine GoPro in den Sand gestellt und auch die wurde alsbald beschnuppert. Das war wirklich total süß. Solche großen Kulleraugen. 🙂

Während der Mittagszeit ging es weiter nach Gold Harbour, dort sind wir 15:30 Uhr angekommen. Eine halbe Stunde später ging es für die erste Gruppe auf die Zodiacs – an Land zu einer weiteren Königspinguin-Kolonie. Wir sind erst einmal mit der zweiten Gruppe 90 Minuten mit dem Zodiac entlang der Bucht gefahren. Unser Fahrer war Jens aus Schweden. W fragten ihn, ob wir zum nahe treibenden Eisberg fahren können, worauf er meinte, dass ist zu weit weg und zu gefährlich. Andere Zodiacs sind aber bis dahin gefahren. Das war ein wenig schade.

Südgeorgien – Gold Harbour.

Danach ging es dann direkt an Land und nicht wie davor üblich gewesen erst an Bord. An Land waren wir noch mal eine Stunde – genügend Zeit um Fotos von den Pinguinen, See-Elefanten und der grandiosen Landschaft mit einem riesigen Gletscher (Bertrab-Gletscher) im Hintergrund zu machen.

Kaum wieder am Schiff angekommen, gab es auch Abendessen, das wir mit den beiden Schweizern Angela und Christa verbracht haben. Die beiden sind auch längere Zeit unterwegs und haben auch schon in Argentinien ihre Erfahrungen gesammelt. Wir hatten uns eine Menge zu erzählen. 🙂

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