Tag 101 bis 103 – Mal wieder in Argentinien: El Calafate und der Perito Moreno Gletscher

Um 6 Uhr klingelte der Wecker damit wir den Bus nach El Calafate auch bekamen. Zum Frühstück gab es selbst gebackenes Brot und Ei. Gabeln gab es im gesamten Hostel keine mehr – die wurden wohl alle geklaut. 😉 Trotzdem ein tolles Hostel und ein leckeres Frühstück. Direkt nach dem Frühstück starteten wir zum Busbahnhof und unser Bus fuhr auch pünktlich 7:45 Uhr los. Insgesamt dauerte die Fahrt 4 3/4 Stunden und kostete 17.000 Peso pro Person. Nach etwa 60-90 Minuten hatten wir auch schon die Grenzstation am Rio Don Guillermo erreicht. Der Grenzübertritt an sich verlief wieder ohne Probleme, niemand wollte unser Gepäck sehen und wir wurden auch nicht gefragt in welche Stadt wir gehen oder in welches Hostel (wie sonst üblich).

Ansonsten wurde es während der gesamten Fahrt immer wärmer. Während am Morgen in Puerto Natales die Temperatur noch um die 10°C war, wurde es im Laufe der Busfahrt nach El Calafate in Argentinien immer wärmer und gegen 11 Uhr zeigte das Thermometer im Bus eine Außentemperatur von 27 Grad an. 🙂 Die Koreanerinnen neben uns saßen immer noch im dicken Pullover da und trockneten ihre Socken.

Im Bus nach El Calafate.

In El Calafate selbst war es dann glücklicherweise nicht mehr ganz so warm, wenn auch immer noch mit 20°C angenehme Sommertemperaturen. Da war es kein Problem die circa 2 km mit Gepäck bis zum Hostel zu laufen. Dort wurden wir auch direkt mit Informationen zur Stadt sowie der Umgebung versorgt und wir bekamen auch ein Angebot für eine geführte Tour zum Perito Moreno Gletscher. Geführt bedeutete hier eine kleine Tour von 10 Personen mit einem Guide, mit Photostops und einem Halt bei ein paar Gauschos auf dem Hinweg (da eine alternative Route gefahren wird). Dafür sollte diese Tour 130 argentinische Peso mehr kosten als mit einem öffentlichen Bus. Diese Daten wollten wir überprüfen und da das Internet sehr langsam war (das ist wohl überall in dem Ort so, stand zumindest auf einem der Flyer 🙂 ), entschieden wir uns, noch mal in die Stadt zu laufen. Beim Busterminal wurden uns diese Informationen quasi bestätigt und so buchten wir dann die geführte Tour im Hostel.

In Zentrum wollten wir dann noch Postkarten kaufen und verschicken, da wir bisher noch keine aus Argentinien verschickt hatten und das wohl die letzte Gelegenheit sein wird. Die Postkarten selbst waren schnell gefunden. Direkt in dem Postkartenshop gab es auch Briefmarken für 60 argentinische Peso (3,5€ pro Postkarte). Die argentinische Post wollte sogar 63 Peso. Das haben wir dann sein lassen und werden die Postkarten doch von wo anders aus verschicken – vermutlich von den Osterinseln. 😉

Nachdem wir das geklärt hatten, ging es noch zur Laguna Nimez in der Nähe des Lago Argentino. Im Hostel hat man uns gesagt, dass wir den Eintritt in den Stadtpark (oder sowas ähnliches) nicht bezahlen müssen – wir sollen stattdessen außen herum gehen. Das haben wir dann auch so gemacht, denn die 150 arg. Peso pro Person können wir auch anderweitig ausgeben. 🙂 Die Lagune selbst ist umzäunt und eigentlich sollten Flamingos am und im Wasser sein, aber das war so weit wir sehen konnten nicht der Fall. Außerhalb waren schon ein paar, wenn auch in größerer Entfernung. Das hat uns total gefreut, dass die Flamingos sich nicht von einem von Menschenhand gebauten Zaun beeindrucken lassen. 🙂

Wer kann da schon widerstehen. 🙂

Direkt nach der Lagune entschieden wir uns, einmal im Zentrum, auch gleich noch Essen zu gehen. Wir gingen dann ins „La Isabella“, um Essen aus einer traditionellen „Disco“ – eine große Pfanne aus einer Felge – zu essen.

Wer kann da schon widerstehen. 🙂

Wir entschieden uns dann für patagonisches Lamm (solange es noch geht) mit Kartoffeln und Gemüse. Und das war super lecker. Vor dem eigentlichen Essen gab es noch frisch gebackenes Brot und Knoblauchbutter – danach war ich eigentlich schon satt, aber ich konnte auch nicht aufhören zu essen bis es alle war. 🙂

Wieder zurück in unserer Unterkunft setzten wir uns noch mal in das Freigelände, da wir nur dort Internetempfang hatten. So konnten wir uns noch mit Angela und Christina für den nächsten Abend in der Stadt verabreden.

Am Samstag, dem 21.01.2017, konnten wir relativ lange schlafen und danach in Ruhe das Frühstück genießen. Am Vormittag war das Internet im Hostel auch halbwegs brauchbar (etwa jeder dritte Seitenaufruf war erfolgreich 😉 ).

Erster Blick auf den Perito Moreno Gletscher.
Whiskey mit Gleschereis.

Wir gingen noch mal zum Bäcker und in einen kleinen Tante-Emma-Laden um Brötchen, Butter und Salami zu kaufen. 20 Scheiben Salami kosteten 8€ und schmeckten dann trotzdem nach nichts. Was soll’s, wir werden trotzdem weiter welche kaufen (ich habe mich  mittlerweile damit abgefunden dass die hier nicht schmeckt, aber Henny hofft noch auf ein Wunder). 🙂

In einen Kühlschrank passt viel rein. 🙂

Etwa 12:30 Uhr hat uns dann der kleine Bus für die Tour zum Gletscher direkt am Hostel abgeholt. Mit ca. 12 Personen ging es dann für eine Stunde über eine Schotterpiste, gute Aussichten auf die Berge und den See inklusive. Der Fahrer Daniel war auch gleichzeitig der Guide und hat das echt super gemacht. Die Erklärungen gab es immer auf Spanisch und auf Englisch und wir konnten sogar seinem Spanisch ganz gut folgen da er deutlich und langsam sprach.

Bis zum Gletscher selbst hielten wir 3 mal an, da hatte sich für uns der Mehrpreis zum Linienbus schon gelohnt. Daniel begleitete uns noch ein Stück bis zum Gletscher und  gab uns einen guten Überblick über die Region, die Arten von Gletschern und und und. Im Anschluss hatten wir noch etwa 90 Minuten Zeit um die Wege entlang zu gehen. Auch nach den Gletschern und dem Eis in der Antarktis hat es sich definitiv noch mal gelohnt dahin zu gehen. Der Perito Moreno Gletscher gehört zum südpatagnonischen Eisfeld, welches die drittgrößten Eismasse der Welt ist (nach den Polkappen). In Kombination mit den warmen Temperaturen und dem Grün eine beeindruckende Szenerie.

Auf dem Rückweg fuhren wir auch die offizielle asphaltierte Straße zurück in die Stadt. Dort stiegen wir gleich im Zentrum aus, da wir eh 10 Minuten später mit Christina und Angela verabredet waren. Nur der Treffpunkt war suboptimal gewählt mit „Treppen zum Busterminal“ , denn es gab zwei. 🙂 Wir haben uns natürlich trotzdem getroffen und sind dann in die zweite Filiale des Restaurants vom Vortag gegangen und haben dort noch mal Lamm und eine Regenbogenforelle geteilt. Christina hatte auch in Erinnerung dass Henny Vegetarier ist – wer von euch Henny kennt wird sich auch kaputt lachen. 🙂
Für die beiden geht es übermorgen nach Buenos Aires und in zwei Wochen nach Neuseeland. Wir freuen uns mit Ihnen und sie freuen sich mit uns auf die Osterinseln. 🙂  Und da wir eine ähnliche Reiseroute geplant haben treffen wir uns vielleicht sogar nochmal in Neuseeland, Australien oder Südostasien. 🙂 Den Weg zurück zum Hostel konnten wir auch zusammen laufen, da wir quasi Nachbarn waren.. Der vorletzte Abend in Patagonien war also noch mal richtig schön, nur dass im Hostel Nachts um 1 Uhr, als wir uns gerade hingelegt hatten, eine Waschmaschine angestellt wurde, das war nicht so schön..

Nach 5 Stunden „Schlaf“ klingelte dann am Sonntag wieder der Wecker. Nach einem schnellen Frühstück und 20 Minuten Laufen durch die Stadt waren wir wieder am Busterminal. Dort konnten wir dann einer ca. 25 jährigen Reisenden zuschauen, wie sie erst mit den Händen versucht hat die Straßenhunde wegzujagen und dann mit ihren Füßen gegen der ihren Hals getreten hat. Die Hunde selbst haben aber absolut nichts gemacht, die haben nur geschnuppert. Ich habe sie dann freundlich aber bestimmt gebeten aufzuhören, immerhin war das Terminal quasi das Zuhause der Hunde. Sie hat es dann auch sein lassen und etwa 10 Minuten später kam eh ihr Bus..

Als wir dann in unseren Bus einsteigen wollten, wurde uns gesagt, dass wir erst die Terminalgebühr von 10 arg. Pesos bezahlen sollen. Wenigstens war schon das große Gepäck verladen und so ging ich noch mal alleine zu dem besagten Schalter. Der Herr dort gab mir 10 Peso zu wenig zurück, aber bei 0,60€ wollte ich auch nicht mit dem diskutieren. Der Bus wartete quasi eh nur noch auf mich.

Kurz nach 8 Uhr, sobald ich den Bus betreten hatte, ging es dann auch wieder Richtung Chile.

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