Wenn ich schon mal hier bin

Tag 103 und 104 – Ein (vorerst) letztes Mal in Puerto Natales

Lage von Puerto Natales.

Mehr oder weniger pünktlich 8 Uhr startete unser Bus von Argentinien in Richtung Chile und etwa 11:30 Uhr hatten wir auch schon die argentinische Grenze erreicht. Auf der asphaltierten Straße bis dahin bekamen wir das Einreiseformular für Chile noch nicht zum ausfüllen, dafür dann auf den letzten 20 km Schotterpiste vor der chilenischen Grenze. Leserlich ausfüllen ist etwas anderes. 😉 In dem Formular muss man auch angeben, ob man tierische oder pflanzliche Produkte mit sich führt. Ich brauchte da nichts angeben, aber Henny, da er den Großteil unserer Küche in seinem großen Rucksack mit sich trägt: Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika, Rosmarin), Honig und Tee. Eine Tafel Schokolade mit Nüssen hatte er auch dabei. Hat er auch alles auf dem Formular angegeben.

Grenzstation: Das Röntgengerät steht mitten im Weg.

In das Grenzgebäude selbst ging es dann erstmal nur mit Handgepäck. Als erstes gab es einen Stempel, wobei hinter dem Schalter zwei junge Männer saßen und dabei Eminem hörten. Danach gaben wir das Einreiseformular einer Frau – sie nahm es entgegen und würdigte es keinen Blickes. Danach musste unser Handgepäck durchleuchtet werden, aber die „Bilder“ hat sich auch niemand angeschaut. Als Henny davon einen Schnappschuss mit seinem Smartphone machte fiel es ihm dummerweise aus der Hand und jetzt ist das Display kaputt. Geht aber irgendwie noch.

In der Zwischenzeit wurden die Sitzreihen des Busses mit einem Hund abgesucht nach pflanzlichen oder tierischen Produkten und danach durften wir uns wieder in den Bus setzen, während unser großes Gepäck aus dem Bus geladen wurde. Darüber konnte dann ebenfalls der Spürhund laufen.

Ich schrieb gerade im Reisetagebuch und bat deswegen Henny ein paar Schnappschüsse davon zu machen, da wir davon bisher noch keine Foto hatten. 

Der Spürhund mag Henny seinen Rucksack..

Kaum stand Henny draußen, war der Hund an seinem Rucksack und hat auch was signalisiert.. Henny musste dann mit seinem Gepäck noch mal in die Grenzstation rein, der große Rucksack wurde durchleuchtet und dann hat ihn die Dame wohl gefragt, ob er Obst dabei habe. Er hat ihr dann den Honig und den Tee im Rucksack gezeigt und die beiden kleinen Honiggläser, noch von der Ocean Diamond :-), wurden eingezogen. (Dieser Honig kam aus UK nach Deutschland nach Argentinien und in die Antarktis und wieder nach Argentinien nach Chile und wieder nach Argentinien. Aber jetzt durfte er nicht weiter..)  Der Rest war dann ok, Glück gehabt.

In Puerto Natales sind wir dann wieder in das Hostel vom letzten Aufenthalt – die ohne Gabeln 🙂 –  gegangen. Nachdem das Gepäck abgestellt war ging es auch direkt ins Zentrum. Wir wollten in das Café El Living, aber das hatte leider am Sonntag geschlossen. In einem anderen Restaurant saßen wir dann erst eine viertel Stunde bis die Bedienung kam und da es leider noch kein Lamm gab, sind wir wieder auch direkt wieder gegangen. Wir liefen noch ein wenig durch die Stadt und landeten am Ende wieder beim Italiener den wir schon kannten.

Toblerone Mousse im Mesito Grande. 🙂

Am Hafen in Puerto Natales.

Gegen 19 Uhr genossen wir dann noch ein wenig den Wind, die frische Luft und den Ausblick an einer ruhigen Stelle im Hafen (ein Schiffsfriedhof 😉). Etwa gegen 20 Uhr ging es dann zurück zum Hostel, wir waren von der Nacht davor total fertig und legten uns bei Zeiten schlafen. In der Nacht selbst regnete es draußen in Strömen.

Am nächsten Morgen, Montag den 23.01.2017,  klingelte 7 Uhr der Wecker. Draußen regnete es immer noch und wir waren auch ein wenig wehleidig, da wir Patagonien heute verlassen werden und ob und wenn wann wir wieder kommen ist ungewiss.

Bei dem Regen hatten wir auch keine Lust den einen Kilometer zum Busterminal zu laufen. Danach ist das Gepäck nass und wir selbst sitzen dann triefend im Bus. Also fragte ich eine Angestellte (oder Bewohnerin, war uns nicht ganz klar, ich glaube die wohnten in dem Haus selbst und wenn Gäste kamen zelteten sie draußen im Garten) ob sie uns ein Taxi für 8 Uhr rufen kann. Hat auch wunderbar geklappt und das Taxi war pünktlich da. Für den Fußweg bergauf und mit Gepäck hätten wir 15-20 Minuten gebraucht und als das Auto nach weniger als 2 Minuten am Ziel war, waren wir total überrascht. Wir haben wohl unser Gefühl für Entfernungen, wenn man ein Auto hat, verloren, kennen dafür aber die Distanzen zu Fuß. 🙂

Um 8:45 Uhr fuhr der Bus wieder von Puerto Natales nach Punta Arenas und kurz nach 11 Uhr waren wir dann am Flughafen.

Die Sicherheitskontrolle am Flughafen war eher ein Witz bzw. die haben hier einfach nicht so viel Angst vor „Terror“ wie in Europa oder gar in den USA. So hat sich niemand beim röntgen für die Rucksäcke mit Notebooks, Kameras und Thermosflaschen interessiert und auch die 1 1/2 Liter Flasche Ginger Ale konnten wir mit nehmen. Ach ja, wir haben uns übrigens trotzdem sicher gefühlt. 😉

Die 2 Stunden Wartezeit verbrachten wir dann in der Nähe der vermutlich einzigen Steckdosen am Terminal. 🙂 (gut, es gibt auch nur 3 Gates). In dem Restaurant am Flughafen gab es noch einen Cappuccino und ein Käsebrötchen bevor das Boarding startete. Und das war auch gut so, denn für Essen und Trinken hätte man an Bord bezahlen müssen..

Start des Flugzeuges in Punta Arenas:

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2 Kommentare zu “Tag 103 und 104 – Ein (vorerst) letztes Mal in Puerto Natales

  1. Andi

    Da merkt man mal, dass es anderen Orten so vollkommen anders zugeht…
    Viele Grüße ans andere Ende der Welt!
    Bin gespannt auf den nächsten Beitrag.

    PS.: Warum ihr da den Honig jetzt abgegeben musstet, hab ich nicht so ganz verstanden.

    1. judith Autor des Beitrags

      Hallo Andi, ja, nicht überall ist Deutschland oder deutsche Verhältnisse – und das ist auch gut so. 🙂
      Das mit dem Honig haben wir auch nicht so ganz verstanden. Es ist halt nicht erlaubt und ich glaube wir können froh sein, dass wir keine Strafe zahlen mussten.
      Viele Grüße ins kalte Deutschland!

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