Tag 104 bis 107 – Zurück in Santiago

Am Montag, dem 23.01.2017, startete unser Flieger pünktlich in Punta Arenas. Lediglich der Start an sich war etwas turbulent (ich vermute einfach mal dass ist in Patagonien mit dem Wind normal :-)), ansonsten war der Flug stressfrei und dauerte etwas mehr als 3 Stunden. In Santiago hatten wir diesmal eine Unterkunft bei Airbnb für umgerechnet 9€ die Nacht für uns beide zusammen mit Frühstück gebucht. Das ist unvorstellbar günstig, gerade da die Wohnung quasi mitten in der Innenstadt liegt. 🙂 Maria Gabriela, unsere Gastgeberin, hatte uns auch angeboten, dass ein Freund von ihr, Gean Franco, uns beim Flughafen abholt. Das klang nach einem guten Angebot und so nahmen wir es dankbar an. Nur wie wir uns gegenseitig erkennen können hatten wir dummerweise nicht abgesprochen. Im Flughafengebäude gab es aber kostenloses WLAN und so konnten wir ihm noch schnell eine Nachricht schicken. Er antwortete auch sofort und schickte mir zum einen ein Bild von sich (damit wir ihn dann erkennen können) und zum anderen entschuldigte er sich dass es wegen einem Stau wohl 20 Minuten länger dauern wird bei ihm. Willkommen zurück in einer Großstadt: Laut, Smog, viele Menschen und mit 30°C ohne Wind auch erstmal deutlich zu warm. Aber das Internet war richtig schnell, das schnellste seitdem wir im Oktober 2016 Santiago verlasen haben. 😉

Irgendwann war Gean dann auch da und brachte uns durch den Stau zu Maria. Bis dahin braucht man wohl im Normalfall 20-25 Minuten, aber wir brauchten eine Dreiviertel Stunde. Und noch etwas vertrautes aus der Stadt war präsent: MÖÖÖPP MÖÖÖP!!!..
Gean und Maria kommen beide aus Venezuela und während Maria noch ein wenig Englisch kann war mit Gean nur Spanisch möglich. Aber die Aussprache war sehr angenehm und er verwendete einfache Wörter, sodass sogar eine Art Gespräch möglich war. 🙂
Bei Maria angekommen schrieben wir auch direkt Feli an (die Berlinerin, die wir in Valparaiso gleich am Anfang kennen gelernt haben). Sie hatte für ein paar Tage Urlaub von der Farm in Pucon und wir wollten uns in Santiago treffen. Wir haben uns dann auch direkt getroffen bzw sind zumindest direkt los in Richtung ihres Hostels. Eigentlich wären wir nach 20 Minuten da gewesen, aber wir irrten erstmal eine Stunde rum und fragten uns überall durch. Kurz vorm verzweifeln kam uns auf einmal Feli entgegen. 😀
Das Wiedersehen war echt toll! Wir sind in das Künstlerviertel Bella Artes gegangen um uns etwas zu Essen zu suchen. Das erste Restaurant war nicht das richtige – da viel zu teuer – und so sind wir ein paar Minuten später ins Sandwichlokal nebenan gegangen. Dort war es auch viel gemütlicher und auch der Kellner war einfach zu lustig. Er hat uns gesagt, er ist Dance Breaker und kommt aus Peru. Die 5 Minuten Showeinlage beim Öffnen einer Weinfllasche waren einfach süß. Er wischte sich so häufig den imaginären Schweiß von der Stirn, dass wir ihm alle drei helfen wollten die Flasche zu öffnen – aber er hat es natürlich alleine geschafft. 😉
Irgendwann wurde uns signalisiert dass das Lokal schließen will und so gingen wir in eine Bar, bis wir auch dort irgendwann gebeten worden zu gehen. Es war mittlerweile 2 Uhr an einem Wochentag. Die Innenstadt rund um den Plaza de Armas war auf unserem Heimweg menschenleer. Sicher gefühlt haben wir uns natürlich trotzdem, wir waren nur ein wenig überrascht ihn so zu sehen. Bei Maria versuchten wir leise zu sein und ich glaube wir haben es sogar geschafft. 🙂

Mote con Huesillos.

Die Nacht war für Santiago sogar verhältnismäßig ruhig, gerade für die zentrale Lage. Am nächsten Morgen, dem 24. Januar, bereitete uns Maria neben einem Kaffee ein paar Toasts und Ei zum Frühstück zu und gegen 11 Uhr waren wir noch mal mit Feli zum Frühstück am Plaza de Armas in Santiago verabredet. Unser Hunger hielt sich in Grenzen und Feli ging es auch so. Also tranken wir am Plaza de Armas einen Cappuccino und danach ging es zum Obst- und Gemüsemarkt. Bei der Hitze hilft ein frischer Saft am besten, genauso wie eine Melone. Im Park am Cerro Santa Lucia konnten wir an einem Platz im Schatten die Melone genießen. Danach ging Feli in ihr Hostel und wir in die Wohnung von Maria. Das Highspeed-Internet eignete sich super, um Videos und Fotos hochladen und zu beschriften – ohne dass immer wieder Eingaben durch Verbindungsabbrüche verschwanden. Das muss ausgenutzt werden. 🙂

Am Abend trafen wir uns dann wieder zum Essen in der Stadt. Nachdem wir in einem Lokal etwas gegessen hatten wollten wir uns eine gemütliche Bar suchen. Wir fanden eine Sushi Bar, welche uns zusagte. Allerdings sollte man dort auch etwas zu Essen bestellen und so teilten wir uns noch eine Portion Sushi damit wir dort bleiben konnten. Dort blieben wir bis irgendwann geschlossen wurde und danach gingen wir in nach längerem Suchen in eine Bar direkt neben Feli ihrem Hostel. Der Tag war voll schön und es tat gut Feli wieder zu sehen und mit ihr zu quatschen. Nach 3 Monaten Reisen bzw. Zeit auf der Rancho de Caballos gab es auch einfach viel zu erzählen. 🙂

Straßenszene in Santiago. 🙂

In der Nacht zum Mittwoch war es wieder sehr sehr warm und gegen 4:30 Uhr am Morgen war die Nacht für mich vorbei. Gegen 8 Uhr traute ich mich dann aufzustehen um die gute Internetverbindung auszunutzen und gegen 10:30 Uhr bereitete Maria für uns drei ein venezolanisches Frühstück zu: Arepas, eine Art Fladenbrot aus Maismehl mit Würstchenrührei. Das war richtig lecker und gehaltvoll und hat für mehrere Stunden satt gemacht. 🙂

Ein Laden voller Kameras, die nicht zum Verkauf stehen.

Nicht das geeignetste Frühstück für einen Bürojob, aber 13 Uhr waren wir eh wieder mit Feli am Hauptplatz verabredet. Von dort aus gingen wir direkt in mehrere Fotoläden in der Stadt, welche Feli empfohlen wurden. Sie war auf der Suche nach einer analogen Spiegelreflexkamera, aber die Preise waren einfach unglaublich. Für Kameras, die es bei eBay in Deutschland für 30€ gibt, wollten die Händler fast das Zehnfache. Ein Händler hatte auch zwei Vitrinen voll mit alten Schätzen, aber davon war nichts zum Verkauf. Ladenfläche scheint in Santiago nicht viel zu kosten. 😉

Irgendwann aber fanden wir ein faires Angebot für eine alte Zenit mit Objektiv. In einem Laden gab es auch Gegenlichtblenden und an den neuen Objektive von mir hatten die noch gefehlt. Da wir diese im Moment nicht mithatten, entschieden wir uns, später noch einmal damit vorbei zu gehen.

Kenne deine Grenzen – als ob die nicht durch die Bechergröße vorgegeben sind. 🙂

Ansonsten gingen wir noch eine Kaffee trinken und danach jeder wieder in seine Unterkunft. Feli wollte auch noch eine Nacht länger in Santiago bleiben als wir und zu Maria „umziehen“ (die 9€ pro Nacht sind halt einfach unschlagbar 🙂 ). Also verabredeten wir uns für 17 Uhr bei unserer Unterkunft, damit Feli und Maria sich schon mal kennen lernen konnten. Als Feli 17:30 Uhr noch nicht da war sind wir erst mal schnell zu dem Fotoladen gegangen und konnten dort wenigstens für das Standardzoom eine passende Gegenlichtblende kaufen. Auf dem Rückweg kam uns Feli auch entgegen und wir sind mit ihr in die Wohnung von Maria um beide vorzustellen. Danach gab es klassisches chilenisches Essen (Hamburger, Bifé und Pommes 🙂 ) im Picada de Clinton. Den Rest des Abends verbrachten wir dann – nach einem Abstecher im Supermarkt – im Hostel von Feli. Wir haben uns vorgenommen, dass wir uns entweder in Australien oder in Südostasien wieder sehen werden. Das klingt nach einem super Plan und wir freuen uns jetzt schon. 🙂
Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war dann auch wieder so heiß, dass der Wecker um 5:15 Uhr nicht klingeln musste, weil wir schon wach waren. 10 Minuten nach 6 Uhr saßen wir wieder im Auto von Gean in Richtung Flughafen. Die Stadt war wieder wie ausgestorben und wir kamen staufrei zum Flughafen.. Mit einer halben Stunde Verspätung startete um 10 Uhr dann der Flieger Richtung Osterinsel.

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