Tag 107 und Tag 108 – Die ersten Tage auf der Osterinsel Rapa Nui & das Tapati Fest

Der Check-In zum Flug auf die Osterinsel war nicht so einfach. Zweimal wurden wir am Flughafen in Santiago zu einer anderen Warteschlange geschickt, aber beim dritten Anlauf hat es dann doch geklappt und wir konnten unser Gepäck aufgeben. Zeit hatten wir mehr als genug, denn wir hatten einen Puffer eingeplant und da in Santiago um 6 Uhr morgens keinerlei Verkehr auf den Straßen war, hatte sich unser Zeitfenster noch mal vergrößert. Der Rhythmus hier ist halt ein anderer.. 

Der Flug selbst startete dann mit einer halben Stunde Verspätung und hat knapp 4 Stunden gedauert. Diesmal gab es wieder etwas zu Essen und Henny meinte, dass war das schlechteste Flugzeugessen das er jemals hatte. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich freue mich jedesmal auf das Essen obwohl ich genau weiß dass ich danach enttäuscht sein werde.

Der Flughafen auf der Osterinsel Rapa Nui besteht aus genau einer Bahn und einem kleinen Flughafengebäude mit 2 Passkontrollhäuschen (in denen niemand saß) und einer Gepäckabfertigung. Nachdem die Startbahn fertig war, wurde sie von der NASA als Notfall-Landepunkt für die Space-Shuttels erweitert. Dafür wurde sie zwar nie genutzt, aber es hat überhaupt erst den Tourismus zur Insel gebracht. Obwohl das  Flughafen winzig ist, mussten wir ca. 90 Minuten auf unser Gepäck warten – gemütliche Insulaner eben, nur keinen Stress aufkommen lassen. 🙂 Viele der anderen Reisenden hatten jede Menge Gepäck. Das waren vermutlich Inselbewohner, die vom einkaufen aus der Hauptstadt (3800 km entfernt) zurück kommen.

Der Flughafen auf Rapa Nui.

Vor dem Flughafen wartete jemand von unserem Hostel um uns als erstes einen Blumenkranz umzuhängen und dann ging es mit dem Auto zum Hostel selbst. Bei tropischem Wetter (80-90% Luftfeuchtigkeit, 30 Grad im Schatten und knallender Sonne) wären die 3 Kilometer zu Fuß mit Gepäck bestimmt nicht so angenehm gewesen, aber so war es richtig toll. 🙂

Auf der Fahrt zum Hostel gab es auch eine kleine Erklärung zur Stadt Hanga Roa: Hauptstraße, Obst- & Gemüsemarkt, Bank, Apotheke,.. das war echt lieb, auch wenn man in der Stadt mit circa 4000 Einwohnern auch so alles findet/ finden sollte. 😉

Im Hostel haben wir uns erst einmal einrichtet und sind dann in das Zentrum gegangen. Die Vorbereitungen für das Tapati-Festival, welches am nächsten Tag starten sollte, liefen auf Hochtouren. Eine große Bühne war direkt am Wasser auf einer Wiese aufgebaut. Dort wurde gerade geprobt und so stellten wir uns dazu. Wer weiß ob wir noch mal so nah heran kommen..

In einem Kunsthandwerker-Markt haben wir Fotoalben in der Machart gefunden, wie wir sie vor 3 Jahren in Neuseeland gekauft hatten – also mit Bananenblättern als Seiten usw. Wir wissen zwar noch nicht, wie wir die transportieren sollen, aber wir haben trotzdem erst einmal zuschlagen 🙂

Nach einem frischen Ananassaft (die Insel ist bekannt für die kleinen, besonders süßen Ananas) und einer Empanada wollten wir noch zur Touristeninformation, aber die hatte an diesem Tag leider schon geschlossen. Also ging es nur noch zu einem der kleinen Supermärkte an der Hauptstraße – Abendessen einkaufen – und dann ging es zurück zum Hostel.

Zum Thema Straße: Auf der Insel wohnen wie geschrieben etwa 3000 bis 4000 Menschen und es gibt vielleicht 1000 Betten für Touristen. In Hanga Roa ist gefühlt für jeden der 5000 Menschen auf der Insel ein Auto unterwegs + Mopeds etc. Der Verkehr ist der einer Großstadt.

Am nächsten Tag, Freitag den 27.01.2017, sind wir nach dem Frühstück gemütlich zur Touristeninformation gelaufen und haben ein paar Flyer und das Programm zum Festival erhalten. Außerdem wurde uns das mit dem Parkticket für den Nationalpark Rapa Nui erklärt: Das Ticket kostet pro Person 54.000 Peso, rund 70 Euro und gilt 10 Tage ab dem Zeitpunkt, ab dem es zum ersten Mal abgestempelt wird. Logischerweise muss man es immer dabei haben. Das Ticket selbst gab es dann ein paar Häuser weiter bei der Conaf zu kaufen. In Hanga Roa selbst gibt es leider keinen richtigen Strand aber an 3 Stellen ist die Felsenküste so, dass man in das Wasser gehen kann. Das haben wir dann auch erst einmal zur Abkühlung gemacht.

Hanga Roa. Der sehende Moai.

Beim Lesen des Festival-Programmes haben wir dann mitbekommen, dass der „Triathlon“ am nächsten Tag beim Vulkan Rano Raraku stattfinden soll. Das wollten wir natürlich sehen und sind noch einmal zur Information gegangen, um herauszufinden, wie man da  am besten hinkommt. Einen Bus extra für die Veranstaltung gab es nicht, aber dafür gab es 4 andere Möglichkeiten: ein Auto oder ein Fahrrad mieten bzw. mit dem Taxi oder mit einer Art Hop-on Hop-off Bus hinfahren lassen. Die letzte Option war für uns die Beste. Also ging es dann noch zum Büro des Busanbieters, um ein Ticket für den nächsten Tag zu kaufen. Die Verkäuferin hat zwar gemeint, dass der eigentliche Bus voll ist, aber das ein zweiter Bus nur ohne Audio-Guide fahren wird. Perfekt..

Am Abend sind wir dann zu der Eröffnungsveranstaltung des Tapatis gegangen. Die Sprache wechselte zwischen spanisch und Rapanui, aber wir verstanden trotzdem im groben worum es ging. An diesem Abend standen die Tanzshows auf dem Programm und das war echt cool. Es wechselte immer wieder zwischen einem fröhlichen Tanz und einem Kriegstanz.

Bei dem Video ist nur der Kriegstanz zu sehen (so ähnlich wie der Haka der Maoi):

Bei diesem Video ist der Wechsel vom Kriegstanz zum traditionellen Rapa-Nui-Tanz 🙂 :

Und obwohl es streckenweise ziemlich langatmig war (ewige Dankesreden) sind wir bis zum Ende kurz nach Mitternacht geblieben. Bei dem Festival treten zwei Clans gegeneinander an und messen sich in sportlichen, kulturellen und künstlerischen Wetterkämpfen. Der erste sportliche Wettkampf war dann am nächsten Tag, am Samstag – also im nächsten Beitrag. 🙂

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