Tag 114 bis 116 – Die letzten Tage auf den Osterinseln

UV-Warnschild – auf maximaler Stufe.

Am Donnerstag, dem 02.02.2017, haben wir noch einen Urlaubstag im Hostel eingelegt. Vor allem die weitere Reiseplanung stand auf dem Plan. Wir haben noch einen Monat in Südamerika und müssen bis Panama kommen, weil von da unser Flug nach Neuseeland am 7. März startet. Mit dem Bus (wie bisher geplant) wird das nichts, weil wir sonst nur noch im Bus sitzen würden. Das sind immerhin circa 7500 km und das wäre, als würde man in Europa von Barcelona nach Moskau fahren und wieder zurück! Als wir uns das so überlegt haben, haben wir wohl echt nicht nachgedacht. Deswegen haben wir jetzt einen Flug von Santiago nach Guayaquil im Süden Ecuadors. Von dort aus wollen wir Ecuador auf dem Landweg im Zickzack bis Quito erkunden. Von Quito geht dann noch ein Flieger nach Bogotá, Kolumbien. Der Stadt spendieren wir 3 Tage, um einen Eindruck zu bekommen. Wenn es auch viele Orte in Kolumbien gibt die sich mehr lohnen würden zu bereisen als eine Stadt, irgendwo muss man ja mal anfangen. 🙂 So wie ich das im Moment sehe wird das auch nicht das letzte mal in Südamerika sein.

Der geplante Besuch der Paranal-Sternwarte und auch ein Trip zu den Galapagos-Inseln ist dadurch auch einfach auf später verschoben. 🙂

Die Ananas ist hier besonders klein, die Zitronen dafür größer. 🙂

Nachdem die Planung soweit im groben stand gingen wir erstmal einkaufen. Ich wollte Panthenol Spray für den Sonnenbrand. Sowas hatten die nur leider nicht, auch nichts vergleichbares. Nur ein Après Aloe Vera Gel, aber dass wird bestimmt auch helfen.

Auf dem Weg in die Stadt fiel von einem kleinen Laster eine Ananas und so kauften wir dann gleich noch eine zweite. 🙂

Am letzten vollen Tag auf den Osterinseln, also Freitag dem 3. Februar, wollten wir noch mal zu einem Vulkan auf der Insel, dem Poike. Der Poike ist der älteste Vulkan der Insel und zeigt sich nur noch als eine abgenagte Halbinsel. Dafür stellten wir uns auch, trotz Urlaub, einen Wecker auf 8 Uhr damit wir 8:30 Uhr beim Frühstück sein können und 9 Uhr den Hop-on Hop-off Bus am Friedhof bekommen. An der Haltestelle liefen gerade die Vorbereitung für einen Sportwettkampf im Rahmen des Tapati. Der Busfahrer zeigte sich davon nicht beeindruckt, stieg auch aus auf ein Schwätzchen und circa 20 Minuten später als gedacht ging es dann weiter. Offenbar war er auch noch nicht ganz wach, denn als wir durch das Dorf fuhren bemerkte er nicht, das andere Touristen auch zusteigen wollten – auch nicht als ein paar Rufe durch den Bus kamen. Stattdessen hielt er erstmal an einem Supermarkt an um sich Frühstück zu kaufen. Die letzte Haltestelle in der Stadt ist das Büro des Anbieters selbst. Dort stiegen wir auch erstmal aus um die Tickets zu kaufen. Dazu erhielten wir auch zwei Paar Kopfhörer für den Audio-Guide. Kann losgehen.

Der Bus war etwa zur Hälfte gefüllt mit anderen Passagieren, welche alle an der Station des Vulkans Rand Raraku ausstiegen um sich die Geburtsstätte der Maoi anzuschauen. Wir zeigten dem Fahrer, wo wir rausgelassen werden wollten. Seine erste Reaktion war nur „Porque?“. Wir erklärten ihm was wir vorhatten und erreichten etwa gegen 10 Uhr den Startpunkt unserer Wanderung (ein Feldweg mitten im nirgendwo). Der Fahrer war auch so freundlich extra noch ein wenig weiter zu fahren, damit wir einen besseren Weg nehmen konnten. Außerdem erklärte uns noch den Weg und das er um 12:00 und 16:30 Uhr hier wieder vorbei kommt. „Hier“ ist in dem Fall wie gesagt mitten in der Pampa gewesen.

In der Pampa.

Wir machten uns also auf den Weg und entdeckten ca. 1 km vor uns eine größere Gruppe mit rund 20 Personen. Das war auch unser Glück, denn der Feldweg wurde zu einem Trampelpfad und endete nach 10 Minuten vor einem Weidezaun. Wären da nicht die Fußspuren gewesen und die nicht auch da lang gelaufen, hätten wir nicht gewusst, wie es weiter geht. So folgten wir ihnen einfach auf der Weide.

Am ersten Haltepunkt, einem exponierten Hügel, hatten wir dann die andere Gruppe eingeholt. Es waren Franzosen oder französisch sprechende Kanadier mit einem lokalen Guide. Wir haben uns dann dafür entschieden, der Gruppe mit ein wenig Abstand zu folgen. Verlaufen ist auf der Osterinsel zwar kaum möglich, aber so war es einfach angenehmer und wir konnten uns sicher sein an nichts wichtigem vorbei zu laufen. 🙂

Kurz nach 12:00 Uhr erreichten wir dann die Spitze des Vulkans auf 370 Metern. Im Vulkankrater ist ein kleiner Eukalyptuswald, während auf den Hängen nur Gras zu sehen ist. Der Himmel war zum Glück bewölkt, bei der üblichen Sonneneinstrahlung hätten wir sonst kein Spaß gehabt. Dennoch setzten wir uns erstmal auf einen umgefallenen Baum und gönnten uns 10 Minuten Pause im wohl temperierten Schatten.

Panorama vom Poike.

Am Kratergipfel selbst haben wir dann gepicknickt und die tolle Aussicht genossen: links Pazifik, rechts Pazifik und in der Mitte das Grün der Insel mit den Erhebungen der Vulkane, der Rano Raraku im Vordergrund.

Nach ca. einer Stunde ging es dann weiter wie gehabt. Die Franzosen vorne weg und wir hinterher. Über eine andere Route und quer durch eine andere Wiese bergab – immer der Gruppe hinterher. Am Anfang gingen mir die Büsche bis zu den Waden, irgendwann gingen sie mir bis zum Kopf. Die letzten paar hundert Meter, bis wieder die Straße erreicht war, mussten wir uns durch eine kleine Plantage mit eng zusammen stehenden, vielleicht 2 Meter hohen Bäumen, durchkämpfen. Das letzte Hindernis war dann noch ein Zaun mit Stacheldraht und die Wandergruppe war so lieb zu warten und uns auch drüber zu helfen.

Wir wussten das wir an der Straße sind, die der Hop-on Hop-off Bus auch fährt. Auf der Insel gibt es auch nur 2 Überlandstraßen. Zwar waren wir nicht an der richtigen Stelle, aber wir waren von der Stadt aus gesehen vor dem vereinbarten Treffpunkt, also insofern kein Problem – er würde vorher hier vorbei kommen. Und Ahu Tongariki war nicht mehr weit entfernt und es war auch das Ziel der anderen Wanderer – also gingen wir dahin. Kurz vor dieser Hauptattraktion der Insel kann man über ein Lava-Feld zum Wasser gelangen. Das nutzten wir dann natürlich gleich um uns abzukühlen. 🙂

Circa 15:15 Uhr waren wir dann bei Tongariki und laut Fahrplan sollte der Bus kurz nach 16 Uhr hier vorbei kommen. Wir gingen noch mal kurz zum Wasser und warteten ab 10 vor 16 Uhr an der Straße. Und warteten. Und warteten. Und warteten. Und spürten wie die Sonne langsam hervor kam und uns verbrannte. Auf der schon verbrannten Haut tat das richtig weh und nirgendwo ein Schattenplatz. Gegen 17 Uhr war immer noch kein Bus in Sicht und die beiden Parkrangerinnen boten uns dann auch einen Schattenplatz in ihrer Hütte an. Den nahmen wir auch dankbar an, genauso wie das Glas Cola dass sie uns reichten. Gegen 17:30Uhr stand vor dem Eingang ein Taxi und wir fragten, ob es uns mitnehmen kann. Das ging leider nicht, aber der Fahrer rief eine Kollegin, die dann auch kurz nach 18 Uhr da war. Etwa 25 Minuten später waren wir wieder im Dorf. Mit 30.000 Peso war das nicht günstig – soviel hatte der Bus für Hin- und Rückfahrt gekostet, aber der Bus wäre nicht mehr gekommen… der 16 Uhr Termin war die letzte Fahrt des Busses gewesen, der wäre also definitiv nicht mehr gekommen. Wenigstens haben wir noch die Kopfhörer, die sind ein kleiner Trost.

Zurück im Dorf waren wir kurz im Hostel zum Duschen und sind dann noch Essen gegangen. In einem kleinen Restaurant mit Blick auf den Pazifik gab es als Tagesmenü Fisch und Salat. Dazu gab es noch einen leckeren frisch gepressten Saft und danach war wieder alles gut. 🙂

Am Samstag frühstückten wir in aller Ruhe und packten dann unsere Sachen zusammen. Um 13 Uhr sollte dann der Shuttlebus zum Flughafen fahren. Die Zeit bis dahin nutzen wir, um noch mal ein paar Postkarten abzugeben und ein letztes Mal nach Souvenirs zu schauen. Es ging auch noch mal zum Friedhof, da Henny Fotos dort machen wollte. Dabei stellten wir fest, dass viele Menschen ziemlich jung verstorben sind, auch in den letzten 5-10 Jahren. Das hat mich schon überrascht, vielleicht ist es ein Resultat der Abgeschiedenheit der Insel.

Flughafen der Osterinseln.

Wieder im Hostel nahm ich noch mal eine kalte Dusche und dann fuhr der Shuttlebus auch pünktlich los. 🙂

Es gab wieder eine gut gemeinte Gepäckkontrolle und gegen 15 Uhr startete der Flieger in Richtung Santiago. Der tolle Urlaub auf der Insel war vorbei..

Noch eine Weisheit zum Schluss, die wir vom T-Shirt von Isabella, der guten Seele des Hostels haben: „Bad decisions tell good stories“ (soviel wie: schlechte Entscheidungen führen zu guten Geschichten). Gute Entscheidungen übrigens auch. Arbeitslos, obdachlos, glücklich 😀

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