Tag 116 bis 120 – Zurück in Santiago de Chile

Der Flug von den Osterinseln nach Santiago war soweit gut. Ich hatte einen Fensterplatz und wenn ich einen Fensterplatz habe ist der Rest eh nicht mehr so wichtig. Und ja, ich habe knapp 4 Stunden auf den Pazifik geschaut und mich gefreut. 😉

Etwa 21:30 Uhr landete unser Flieger mit circa 20 Minuten Verspätung. Glücklicherweise hatten wir schnell unser Gepäck, denn Gean wartete draußen auch schon auf uns um uns wieder zu Maria zu fahren. Als wir uns für die Verspätung entschuldigten meinte er nur wir sind pünktlich. Stimmt.. ist ja hier in Südamerika anders – manchmal fällt man doch noch drauf rein. 🙂

In Santiago war es gegen 9 Uhr Abends sogar angenehm kühl, kaum 20 Grad. Das war schon eine echte Wohltat. Mit dem Fahrtwind war es dann richtig erfrischend. Es muss die Tage davor auch geregnet haben, der Smog war jedenfalls weg und man konnte durchatmen. Bei Maria, wo wir auch vor den Osterinseln übernachtet hatten, wohnte die ganze Zeit über noch eine Freundin. Die Freundin hieß ebenfalls Maria und kam ebenfalls aus Venezuela. Die circa 20qm Wohnung teilten wir uns also zu viert und das war ziemlich witzig. Die beiden haben auch gleich meinen Sonnenbrand gesehen und wollten mir mit dem hervorgekramten Thermalwasser bestimmt etwas gutes tun. Das beste war jedoch nicht mehr die mehr als 20 kg auf dem Sonnenbrand tragen zu müssen. Also alles gut. Das Aloe Vera Gel von den Osterinseln hatte ich ja auch noch. Außerdem gaben sie mir auch gleich ein Kühlakku – das war schon eher nach meinem Geschmack und damit konnte ich einschlafen. 🙂

Frühstück mit Maria und Maria.

Am Sonntag, dem 05.02., schliefen wir so lange wie möglich und gingen dann schon mal für ein kleines Frühstück in die Stadt zum Plaza de Armas. Gegen 11:30 Uhr waren auch die zwei Mädels wach und dann gab es das zweite Frühstück: Arepa (das leckere Maisbrot) und dazu gab es Hühnchen mit Avocado und Mayonnaise. Bestimmt nicht das beste für die schlanke Linie, aber geschmacklich super lecker. 🙂

Der Bildschirm von meinem 6 Jahre alten Mac-Air flackerte seit dem letzten Tag auf den Osterinseln die ganze Zeit (oder die Hintergrundbeleuchtung war komplett dunkel) und damit kann man nicht arbeiten. Also suchten wir nach einem autorisierten Händler mit Service und wurden auch relativ schnell fündig. Die Apple Seite meinte etwa einen Kilometer von unserer Bleibe entfernt und Sonntags geschlossen. Nachdem das Backup auf einer externen Festplatte angesetzt war gingen wir dennoch in Richtung Zentrum. Ich mag die Stadt mit Ihren kleinen Läden total. In der Innenstadt gibt es vielleicht drei bis vier größere Kaufhäuser und alles andere sind kleine Läden. In dem einen gibt es Handys, in dem nächsten Videospiele, daneben Wolle und zwei Häuser weiter verkaufen Inder typische Kleidung und typischen Geruch. ;-). Am Sonntag war die Stadt allerdings wie ausgestorben. Kaum ein Laden hatte offen und die vielen fliegenden Händler und Künstler auf den Straßen blieben auch zu Hause. Wir gingen dann einfach zum Ost- und Gemüsemarkt und kauften uns wieder einen frisch gepressten Saft und eine riesige Wassermelone für unsere WG. 🙂

Das wesentliche im Leben ist Essen und Trinken. 🙂

Auch hatte ein Supermarkt geöffnet, sodass wir uns mit dem nötigsten eindecken konnten: Brot, Wurst, Eis, Wein 🙂 Maria Gabriela und ihre Freundin Maria José waren davon auch begeistert. 🙂 Ich fragte die 2 auch, wo ich meinen Rucksack reparieren lassen könnte, da eine Schlaufe gerissen war. Maria J. sah sich den kurz an und nähte es dann für mich. Hätte nicht besser sein können.

Am Montag, dem 06. Februar, sind wir dann morgens direkt zu dem Service Laden gelaufen und wurden leider enttäuscht. Es hätte einen Tag gedauert und ca. 80 US-Dollar gekostet – nur um heraus zu finden, was los ist. Und dann hätte vermutlich ein Teil aus der USA importiert werden müssen – Wartezeit 2-3 Wochen, Kosten unbekannt. In Anbetracht der nur 3 Tage bis zum Weiterflug war das natürlich keine Option. In einem Technikladen ein paar Meter weiter fanden wir für 300.000 Peso (440 Euro) auch ein vergleichbares Gerät – nur deutlich schwerer. Die Anforderungen sind halt: klein, leicht und ein wenig Leistung für Lightroom (das Fotobearbeitungsprogramm dass leider nur unter Windows und Mac läuft).

Also ging es erstmal in einem anderen Laden. Dort stand ein neuer Mac-Air. Es war ein Vorführmodell – ohne alles, auch kein Stromkabel. Da der Akku komplett runter war konnten wir keinen Funktionstest machen. Aber der Preis für den Mac war super. Von rund 800.000 Peso auf 500.000 Peso (730 Euro) runtergesetzt. Also gingen wir zu dem Apple-Händler um ein Ladekabel zu kaufen, da der Stecker von diesem Modell ein anderer war als von meinem alten. Aber nix da, ein originales Ladekabel sollte 80.000 Peso (106 Euro) kosten. Abfahrt. Also gingen wir in die kleinen Läden und kaufen dort ein Nachbau-Ladegerät für 30€. Das Mac ging an und lief ohne Probleme. Henny versuchte noch zu verhandeln aber unser Spanisch ist noch nicht verhandlungssicher und so blieb es beim vollen Preis. Es gab noch mehrere Telefonate mit dem Chef und die ganze Aktion hat über 2 Stunden gedauert. So viel Entertainment gibt es bei Amazon oder ähnlichem nicht. 🙂

Und ja, mir sollte jetzt nichts weiter kaputt gehen/geklaut werden, denn mit neuer Kamera + neue Objektive + neuer Mac ist ein deutliches Loch in meiner Kasse. Noch geht es, aber viel zusätzliches darf nicht mehr passieren. Also drückt mir bitte die Daumen. 🙂

Zurück bei Maria starteten wir die Wiederherstellung und gingen dann wieder in die Stadt zurück, noch eine Hose kaufen. Nach einigen Fehlschlägen waren wir wieder auf dem Rückweg und gingen zum ersten mal auf einen Markt nur 100 Meter von der Unterkunft entfernt – und dort bin ich fündig geworden. Wir hätten uns also die 10 km durch die Stadt auch schenken können – wären dann aber nicht noch mal beim Obst- und Gemüsemarkt für einen frischen Saft gewesen.

Das können wir uns nicht mehr leisten. 😉

Und dieser Markt war übrigens auch gegenüber von dem Hotel, in dem wir vor 2 Jahren zum ersten Mal in Santiago waren. Mittlerweile können wir uns den Preis für eine Übernachtung dort nicht mehr leisten aber wir wohnen nur 100 Meter entfernt und werden bei jedem Stadtgang auch an die frühere Reise nach Chile erinnert. Das ist schon lustig. Jetzt bezahlten wir weniger als 1/10 des Preises und hatten sogar einen Kühl- & Gefrierschrank. 

Das Laufen auf den Betonboden hat bei Henny seinen Füßen Spuren hinterlassen. Die Mückenstiche an den Fußknöcheln waren aufgegangen und fingen an zu schmerzen. Zum Glück hatte Maria die Kühlakkus.. Als wir zurück waren, war auch das Backup wieder eingespielt und der neue Rechner einsatzbereit. Ja, ich bin mittlerweile ein Apple-Fan. Mac oder Linux und Punkt.

Am Dienstag sind wir mit dem alten Rechner (mit neu installiertem System) in die Passage mit den kleinen Elektroläden. Dort wollten wir das alte Mac verkaufen. Die ersten Läden haben uns immer weiter geschickt und wir waren schon kurz davor aufzugeben als wir in einem Laden mit vorrangig alten Videospielen quasi Glück hatten. Die Besitzerin ging für uns in andere Läden um zu fragen und meinte dann, dass in circa 20 Minuten jemand kommt. 20 Minuten in Chile .. das kann so alles heißen. Wir warteten vor dem Laden die Zeit ab und gerade als wir aufgeben wollten, sahen wir ein Schild im Laden gegenüber. Dort wusste man auch schon von uns 🙂 Zum Glück ließ sich das Notebook noch mal starten und der Besitzer sah, dass es generell funktioniert und auch nicht gesperrt ist. Sein erstes Angebot von 100.000 Peso (145 Euro) haben wir dann auch einfach dankbar angenommen. Verhandlungssicher ist unser Spanisch eben noch lange nicht und wir waren einfach auch froh, dass das Teil weg war und es noch etwas dafür gab.

Danach entschieden wir uns noch etwas essen zu gehen und da wir Peru überfliegen und nun doch nicht noch mal vorbei kommen, entschieden wir uns peruanisch essen zu gehen. Das Tagesmenü war günstig und schmeckte. Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit dem schnellsten Internet in den letzten 4 Monaten bei Maria zu Hause. Das war Motivation genug die Fotos vom ersten Neuseelandaufenthalt von 2014 und von Taiwan zu sortieren, zu beschriften und hochzuladen – bevor es wieder nach Neuseeland geht in einem Monat. Die Fotos haben die Vorfreude auch gesteigert. 🙂

Den Mittwoch (08.02.2017) verbrachten wir dann bei Maria und Maria zu Hause. Ich war noch mit Fotos beschäftigt und Henny surfte erst so ein wenig im Internet und versuchte dann Maria ihren 9 Jahre alten Windows Rechner wieder flott zu machen. Aber keine Chance, sie muss auf ihren neuen Rechner nur noch 10 Tage warten, braucht aber einen zum Arbeiten. 🙁 Aber da waren wir halt auch hilflos. Es kamen dann noch 2 Freunde von ihr vorbei – keine Ahnung ob die erfolgreich waren.

Zum Mittag gab es dann noch mal eine Empanada Pino, klassisch Chilenisch und super lecker.

Etwa 16:30 Uhr war dann Gean auch da, um uns zum Flughafen zu bringen. Es war zwar viel los auf den Straßen, aber der Verkehr rollte und Gean fuhr kreuz und quer durch die Stadt.

Zusammen mit Gean und seinem Wagen.

Ein Foto von uns dreien musste noch sein, dann ging es in das Flughafengebäude. Vorerst Chao Chile und Hola Ecuador! 🙂

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