Tag 124 bis 126 – Puerto López

Als nächstes sollte es an die Küste gehen. Also auf nach Puerto López, ein kleines Fischerdorf direkt am Pazifik.

Die Busfahrt von Guayaquil aus ging über Jipijapa (ausgesprochen Hippihappa 😀 ), dauerte 5 Stunden und kostete 5,5$ pro Person. Das Ticket kann man in Ecuador nicht online kaufen, sondern man muss zum Schalter. Das ist an sich auch total einfach, wenn man erstmal weiß wie und wo. Das Land wird (zumindest im Busterminal in Guayaquil ) in Regionen unterteilt und diese Regionen dann noch mal in Orte/Gemeinden und dafür gibt es dann Schalter. Wir mussten dann auch nur 10 Minuten auf dem Bus warten, das war super.

Während der Busfahrt nach Puerto López stiegen immer wieder fliegende Händler zu. Von einem kauften wir ein Stück Bananen-Maracuja-Irgendwas Kuchen. Der war richtig saftig und fruchtig und wäre der Verkäufer nicht schon weg gewesen, hätte ich auch noch einen kompletten Kuchen bei ihm gekauft. 🙂  Einem anderen kauften wir eine warme frittierte Bananenteig-Tasche mit Fischfüllung ab. Auch da waren wir uns nicht sicher, was so drinnen war – Hauptsache lecker und es war super lecker. 🙂

Der Bus selbst hatte keine Klimaanlage und da wir direkt hinter dem Fahrer saßen und sich da das Fenster öffnen ließ hielt ich während der Fahrt auch immer mal den Kopf raus – Aussicht und Fahrtwind genießen. 🙂  Der Fahrer hat mich dann auch im Seitenspiegel gesehen, gelacht und gewunken. 😉

Unser Bus erreichte dann 17:30 Uhr die Küstenstadt Puerto López.

Freiheit. 🙂

Mit einer Art Motorrikscha und insgesamt 4 Personen (einer sprang während der Fahrt noch vorne beim Fahrer auf) an Bord ging es dann in Richtung Zentrum zum Hostel Heidi. Das Hostel liegt direkt am Strand bzw. am Fischmarkt. Das Zimmer war klein, aber gut. Das Wasser in der Dusche hatte die Außentemperatur, es gab auch nur einen Wasserhahn, aber das war auch gut. Zum Abendessen versuchten wir erst einen Spieß mit gegrillten Würstchen und waren froh, erstmal nur einen gekauft zu haben. 😉

Am Strand gab es dann einen Obstsalat sowie frischen Saft mit Eiswürfeln und das war dann schon deutlich besser.

Als wir uns am Abend schlafen legen wollten, entdeckte ich jedoch eine ziemlich große Kakerlake, die sich unter dem Bett versteckte. Wir bewegten das Bett ein wenig hin und her und irgendwann krabbelte das Vieh flink unter der Tür durch. Über Nacht ließen wir dann das Licht an, denn ohne wollte ich nicht schlafen. Das Vieh war 4-5 cm groß und ich wollte nicht das er oder seine Freunde/Verwandten wieder kommen. Auch auf den Osterinseln gab es Kakerlaken, aber die hier in dem Ort bei dem Klima sind schon noch mal eine andere Nummer.. Zum Glück hatten wir noch Augenmasken aus einem der letzten Flugzeugaufenthalte..

Puerto López – Lokales Frühstück mit fritierter Banane.

Den Montag (13.02.2017) starten wir mit einem lokalen Frühstück, bestehend aus: Instant Kaffee (warum nur ?!?), Rührei, Erdnusspaste und frittierter Banane ohne Füllung. Geschmeckt hat es nicht da insgesamt sehr trocken, aber es war sättigend. Danach ging es mit einem Motorrickscha zum Busterminal um von dort mit einem Bus die 6km nach Agua Blanca (weißes Wasser) zu fahren. Agua Blanca ist ein Dorf im Nationalpark Machalilla, in dem eine 2000 Jahre alte Kultur entdeckt wurde – also weit vor den Incas und co. Der Bus ließ uns und 4 ältere Kanadier an der Zufahrtsstraße zu dem Dorf raus.

Dort ist auch gleich eine Art Pförtnerhäuschen, bei dem pro Person 5 Dollar zu bezahlen sind. Der Pförtner hat uns auch kurzerhand alle sechs auf ein Ticket geschrieben um Papier zu sparen. Das ist ja schon mal eine gute Einstellung. Auf die Frage, ob es zum 5km entfernten Dorf ein Shuttlebus gibt, lächelte er nur: „no“. Also ging es zu Fuß die Schotterspiste entlang; in der Mittagssonne bei 30 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit ohne Schatten war das nicht sooo schön, ging aber natürlich auch ohne Probleme. Nach ca. einer Stunde war das Dorf auch erreicht und zum Glück gab es einen kleinen Laden, in dem man Wasser kaufen konnte . Unsere 2 Liter waren quasi leer. Die Kanadier (2 Ehepaare) kauften sich jeder eine Flasche Bier und tranken die aus. Respekt – ich wäre sofort umgefallen und hätte es wahrscheinlich noch nicht mal mehr auf die Hängematte 2m weiter geschafft. Neben dem kleinen Laden war außerdem eine Sitzecke im Schatten, wo wir alle erst mal entspannten und ins Gespräch kamen. Die 4 heißen Tess, Maureen, Wilhelm und Robert und sind für 5 Wochen in Ecuador, weil es in Kanada gerade so kalt ist 😉

Nachdem alle ausgetrunken hatten ging es in ein kleines Museum, in dem wir einen Guide (Milton) zur Seite gestellt bekamen. Das Museum ist zwar klein, aber sehr faszinierend. Es zeigt wie die im Schnitt 1,30m großen Menschen gelebt haben, was für Werkzeuge sie hatten und natürlich auch wie sie beerdigt wurden etc. Milton sprach ein sehr angenehmes und langsames Spanisch – alles was wir nicht verstanden war diesmal auf Grund mangelndes Vokabulars. Aber auch das hat er dann gemerkt und durch andere Wörter ersetzt. 🙂 Die vier Kanadier konnten quasi kein Spanisch und so übersetzten wir, was wir verstanden, ins Englische.

Nach dem Museum führte uns Milton zu einer Ruhestätte einer einstigen Familie des Dorfes. Die 3 Menschen wurden in Tongrüben bestattet, welche mit dem letzten El Niño freigelegt wurden. 

Im Anschluß ging es zu einem Aussichtspunkt mit einem super Blick auf den trockenen Tropenwald und auf die Baumwollbäume, bevor es schließlich zum schwefelhaltigen See ging. Es roch zwar ein wenig nach faulen Eiern, aber das Wasser war auch mit 25°C echt erfrischend und dazu gab es eine gratis Schlammpackung für eine jünger wirkende Haut oder sowas. 🙂

Agua Blanca – Aussicht auf den tropischen Trockenwald.

Nach einer Stunde an der Lagune ging es zurück zum Dorf. Dort fragten wir Milton, ob er 2 Taxis rufen kann, denn auf den Rückweg zu Fuß hatten die Kanadier und auch wir keine Lust. Glücklicherweise parkte gerade ein kleiner Lieferwagen aus und Milton fragte erst uns ob wir damit einverstanden wären und dann den Fahrer, ob er uns 6 bis zur Straße mitnehmen könnte. Das war natürlich auch kein Problem und vorne in der Fahrerkabine war noch Platz für 2 Personen. Tess und Maureen nahmen im Fahrerhaus Platz und wir kletterten auf die Ladefläche und setzten uns auf die ca. 20 Gasflaschen – was soll schon passieren. 🙂 Henny fühlte sich in der ersten Sekunde noch unwohl, aber dann machte auch ihm die Fahrt Spaß und die 2 Kanadier genossen ebenfalls den Fahrtwind. An der Hauptstraße ließ uns der Fahrer raus und keine 5 Minuten später kam auch ein Bus Richtung Puerto López vorbei. Die 4 Kanadier sind dann weiter nach Montañita gefahren – unserem nächsten Ziel noch etwas südlicher an der Küste.

Zurück in der Stadt brachten wir unsere Sachen ins Hostel und gingen dann auf einen kolumbianischen Kaffee (KEIN Nescafe!!) in die Stadt. Wir liefen so ein wenig durch die Stadt und als wir langsam Hunger bekamen, gingen wir ein paar Straßen von Strand weg und fanden ein Restaurant, bei dem es für 3 Dollar pro Person wieder richtig leckeres lokales Essen gab: Bohnen mit Reis (hat an Cuba erinnert, auch wenn in Cuba der Reisberg deutlich größer war), über Holzkohle gegrilltes Schwein oder Huhn mit frittierten Bananenscheiben und Salat – einfach aber großartig. Den Abend verbrachten wir dann auf der Terrasse im Hostel bis wir uns mit Festtagsbeleuchtung schlafen legten..

Den Dienstag Morgen starteten wir mit einer Ananas zum Frühstück, die leider noch nicht reif war und demnach auch nicht so geschmeckt hat. ( Henny meinte zwar noch was mit Zonezeiten, weil hier in Ecuador 3 Sorten Ananas angebaut werden und 2 für den Export bestimmt sind und wohl nur die eine hier bleibt die nicht schmeckt, aber ganz so ist es hier dann doch nicht – zumindest nicht bei der Ananas. 😉 )

Gegen 11 Uhr  waren wir am Busterminal und 11:15 Uhr fuhr schon der nächste Bus in Richtung Montañita. Ich frage mich langsam ob hier so viele Busse fahren oder ob wir bisher nur Glück hatten und zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. 🙂

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