Wenn ich schon mal hier bin

Tag 126 bis 128 – Montañita

Lage von Montañita.

Nach knapp einer Stunde Fahrzeit und 2,5 Dollar pro Person erreichte der Bus von Puerto Lopez dann Montañita. Der Ort  ist ebenfalls ziemlich klein und unter Surfern als Paradies bekannt durch die grandiosen Pazifikwellen.

Wir wurden mitten an der Hauptverkehrsstraße rausgelassen und unsere Navigationsapp kannte die Adresse von unserem Hostel nicht. Deswegen hielten wir ein Taxi an, welches uns 300m weiter wieder raus ließ.. 🙂

Unser Zimmer musste noch gereinigt werden und so stellten wir nur unser Gepäck ab und gingen erstmal ins Zentrum. Dieses besteht eigentlich nur aus Restaurants, Modeläden, Hostels und Bars. Auf den Straßen selbst stehen noch kleine Stände, an denen man Andenken kaufen kann sowie Hütten mit 1-2 Tischen davor, bei denen es Säfte, Toast, Omelettes, Obstsalat und Crêpes mit Nutella gibt. Der Rest der Straße ist überschwemmt mit jungen, leichtbekleideten Leuten – abwechselnd mit Surfbrett oder Bier in der Hand. So oder noch schlimmer ist es wohl auf Ibiza oder Malle, Orte die ich meide. Aber gut, jetzt wo wir schon mal hier sind machen wir das beste drauß.

Zum Glück gab es auch einen Comedor mit einem Mittagessen für 3€, welches auch wieder super lecker war.

Wieder zurück im Hostel konnten wir einchecken. Das Grundstück vom Hostel war sehr groß und so mussten wir 2 Minuten durch den Garten laufen – vorbei an einem See mit Leguanen und einer Wiese mit Gänsen – bis das Haus mit unserem Zimmer in der ersten Etage erreicht war.

Das Zimmer war im Vergleich zum Vorherigen richtig geräumig und vor dem Zimmer hingen 2 Hängematten für uns. Perfekt oder zumindest fast perfekt, denn es gab leider keine Moskitonetze über den Betten (Fotos auf Booking.com hatten das suggeriert) und wir waren mittlerweile zerstochen genug und waren es Leid. Nach einer kalten Dusche gingen wir deswegen zurück ins Zentrum um selbst eins zu kaufen. Im dritten Laden, in dem wir fragten, wurden wir nach oben geschickt in eine Wohnung. Dort war der Wohnraum umfunktioniert in einen Verkaufsraum (und nebenan war die Küche der Familie in der auch gerade gekocht wurde) mit Stoffen und Moskitonetzen. Einmal im Shoppingrausch suchten wir auch nach einer kleinen italienischen Kaffeemaschine für den Herd, aber auch als uns ein Einheimischer zu einem Laden geführt hatte, blieb die Suche erfolglos.Stattdessen sahen wir eine Wäscherei und brachten dort auch gleich noch unsere Wäsche vorbei. Diese sollte am nächsten Tag zur gleichen Zeit fertig sein – wie eigentlich überall bisher.

Steht’s bemüht. 🙂

Zurück im Hostel versuchten wir dann mit einer Wäscheleine das Moskitonetz aufzuhängen.. aber was soll ich sagen, so richtig wollte das nicht klappen. Henny brachte Erklärungen und Gründe warum es nicht funktioniert, ich würde sagen wir haben einfach andere Qualitäten – und die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. 🙂

Am Abend gingen wir noch mal ins Zentrum und fanden was ich befürchtet hatte – eine Partystadt. Jeder Laden versuchte seine Musik noch lauter als die anderen zu spielen und aus den Saftständen waren Coctailstände geworden: statt importierter Nutella gab es jetzt Importschnaps. Etwas Außerhalb des Troubels fanden wir aber eine Bar mit Livemusik. Der erste Künstler spielte Nirvana, The Doors und Bob Marley auf seiner Gitarre – kann also gar nicht besser sein. 🙂  Irgendwann checkten wir auch, dass die anderen 4-5 Gäste keine Gäste waren sondern auch Musiker die dann auf spanisch weiter machten mit Texten wie „Montags bekomme ich Depressionen“. Das war die richtige Bar für uns, auch wenn wir Montags keine Depressionen bekommen. Meist wissen wir nur welcher Monat gerade ist. 😉

In der Nacht zum Mittwoch konnte ich auch wieder beruhigter schlafen, denn ich hatte keine Kakerlaken gesehen – wahrscheinlich fressen die Leguane auf dem Grundstück alle die kommen wollen. Mein nächster Besuch im Kakerlaken verseuchten Gebiet wird wohl nur mit meinem privaten Leguan-Bodyguard sein. 🙂

Am Mittwoch überlegen wir jedenfalls beim Frühstück, was wir mit dem Tag anfangen wollten, denn geplant hatten wir bisher nichts und wir wollten auch zumindest einen halben Tag entspannen. Das einzige was in Frage kam waren die Wasserfälle „Dos Mangas“, welche sich jedoch bei genauerer Betrachtung als 5-6  stündige Wanderung herausstellten – war dann doch keine Option. 😉  Also nutzen wir den Tag komplett zum Entspannen.

Henny ging erstmal alleine zum Strand, denn mein Bikini war noch bei der Reinigung und was anderes von der weniger Kleidung in meinem Kleiderschrank wollte ich auch nicht einsauen mit dem Salzwasser. Stattdessen widmete ich mich erstmal dem Reisetagebuch und dann meinem Blog bis Henny etwa eine halbe Stunde später wieder kam – rote Fahnen sowie Wellen von 2 Meter Höhe inkl. einer starken Strömung waren wohl auch nicht so das Wahre – Surferparadies halt.

Halb drei gingen wir in die Stadt, da Henny Hunger verspürte. Für ihn gab es eine Suppe und für mich einen der leckeren frischen Säfte. An diesem Stand erspähten wir Suchtis auch eine Filterkaffeemaschine und ich fragte ganz verlegen ob der ihr Kaffee aus dieser Maschine kommt.. Wenn wir „Café pasado“ (soviel wie „Kaffee veraltet“) bestellen schon.. kurze Zeit später hatten wir auch jeder eine Tasse schwarzes Glück auf dem Tisch stehen. 🙂

Die Wäsche war dann auch fertig, aber wir mussten trotzdem noch mal zurück zum Hostel, da ich den Abholschein vergessen hatte mitzunehmen. Aber so konnte ich auch gleich noch meine Kamera holen für ein paar Bilder des Ortes. Denn bisher hatte sich unsere Motivation mit Fotos machen hier in Grenzen gehalten..

Etwa 17 Uhr war es dann bewölkt. Ideales Wetter um noch mal zum Strand und Baden zu gehen. Nach einer halben Stunde im Wasser bei laut Henny noch stärkerer Strömung als am Vormittag und etlichen Nasenduschen gingen wir zurück zum Hostel. Das war vielleicht das letzte Mal Pazifikküste von dieser Seite – Auf dieser Reise versteht sich. 😉

Nach dem Duschen sortierten und bearbeiteten wir weiter Fotos und machten dabei folgende Erfahrung: es ist besser keine 2 Notebooks an der gleichen Steckdose mit einer Spannung von 110 Volt zu laden – es roch leicht verschmort und an den Kontakten des Adapters konnte man sich verbrennen. 120 Watt waren zu viel. 🙂

Am Donnerstag sollte es zurück nach Guayaquil gehen, als Zwischenhalt auf den Weg nach Riobamba. Wir wollten uns langsam an das Hochgebirge gewöhnen. Nach einem Frühstück am Stand mit der Kaffeemaschine 😉 bestehend aus Kaffee und einem leckeren Omelett ging es um 11 Uhr mit dem Bus los.

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