Wenn ich schon mal hier bin

Tag 132 und 133 – Das Bergdorf Salinas

 

Lage von Salinas.

Durch Zufall entdeckten wir in unserem aktuellen Reiseführer einen kleinen Absatz zum Bergdorf Salinas. Das Dorf selbst liegt auf 3550m Höhe eingebettet in eine grandiose Landschaft und ist außerdem in ganz Ecuador bekannt für seine Schokoladen-, Käse- und Wurstspezialitäten. Das klang so, als müsste man da mal hin. 🙂 Die üblichen Reiseportale wie Hostelworld oder Booking.com kannten den Ort nicht, aber im Reiseführer stand die Mailadresse einer kleinen Pension. Die hatten wir schon zwei Tage vorher angeschrieben und auch gleich eine Antwort bekommen – wir sollen einfach vorbei kommen, die haben Platz..

Pünktlich 11:30 Uhr startete auch unser Bus nach Guaranda, der Hauptstadt der Provinz Bolívar (von dort fahren dann Busse weiter ins 35 km entfernte Dorf Salinas). Auf den ersten paar Kilometern lief im Bus schreckliche elektronische Musik – wir glauben dass das zumindest zum Teil eine Erklärung für die Fahrweise ist…

Eine Stunde später überquerten wir, erst im Niesel- und dann im Schneeregen, einen Pass auf knapp 4400 Meter Höhe. Oben auf dem Pass gab es auch ganz viele Vicuñas zu sehen. Die Bergabfahrt selbst war dann wieder, naja, sagen wir ecuadorianisch. Ich hab Spanischvokabeln wiederholt und neue Lektionen von Babbel gemacht, da ich nicht aus dem Fenster schauen wollen – was echt selten vorkommt. 😉

Ganz schön weit oben.

In Guaranda wurden wir am Marktplatz abgesetzt und fragten jemanden, wie es zum Busterminal geht. Der Beschreibung folgten wie 2 Blöcke, bis uns aus einem Bus heraus jemand fragte, wo wir hinwollen – ich sagte Salinas, aber da konnte er uns nicht helfen. Dafür hat ein ca. Zwanzigjähriger das Gespräch mitbekommen. Busse fahren wohl nicht so viele am Tag, aber dafür jede Menge „Sammeltaxis“. Diese starten vom Marktplatz aus, also lotste er uns wieder dahin und kam sogar noch einen Block mit. Am Marktplatz entdeckten wir dann auch einen Pickup auf dessen Plane „Salinas“ stand. Wir fragten den Fahrer und der deutete uns an hinten auf die Ladefläche aufzusteigen. Hihi, das klingt nach Spaß. 🙂
Es sah auch spektakulär aus wie Henny mit seinen 1,85m auf die Ladefläche kletterte um das Gepäck entgegen zu nehmen und sich dann auf die Bank zu setzen, die für Menschen mit 1,50m Körpergröße gebaut waren. Die vier Schulkinder, die schon auf der Ladefläche saßen, schauten uns auch an und tuschelten. 🙂 Kaum war ich auch drauf und hatte mich durch den Gepäckberg zu einem Sitzplatz gekämpft, ging es auch los. Am Ortsausgang stieg dann noch eine Mutter mit ihrem Jungen zu und beide setzten sich auf die Klappe der Ladefläche und aßen ihr Essen weiter, die Mutter hielt noch einen Kuchen fest – wir hatten mit Festhalten von uns und unserem Gepäck genug zu tun. 😉

Irgendwann waren alle ausgestiegen. Dem Fahrer signalisierte man übrigens entweder durch Klopfen an den Fahrerraum oder durch Pfeifen dass man aussteigen wollte. Aber wir wollte ja sowieso bis zum Ende fahren, also machten wir uns erstmal breit bis erst zwei kleine Mädchen und dann noch eine Frau mit zwei Eimern zustieg. Nach knapp mehr als 30 Minuten war dann Salinas erreicht. Die Fahrt hatte 2 Dollar für uns beide gekostet gekostet und ich bin mir nicht sicher ob wir nicht für 4 Personen bezahlt haben, da unsere Rucksäcke den Platz von mindestens 2 Personen blockierten. Ich hätte Verständnis. So oder so, viel Spaß für wenig Geld. 🙂

Mit dem Gepäck gingen wir zum Hostel und dort konnten wir auch gleich in ein Zimmer einchecken. Vom Balkon auf 3570m aus hatten wir eine super Sicht über das kleine Dorf und auf die Berge, zumindest soweit es der Nebel zuließ. 🙂 Wir nahmen unsere Kameras und gingen direkt zum Marktplatz, auf dem die Vorbereitungen für den Karneval liefen. Eigentlich lief nur ohrenbetäubende Musik und ein paar Menschen spielten auf dem Platz Volleyball. Also holten wir uns erstmal einen Fleischspieß vom Grill und kaum hatten wir den in der Hand, fing es an zu regnen. Wir stellten uns zu den Einheimischen unter. Nur ein paar Jugendliche auf dem Marktplatz juckte das Wetter nicht, die spielten weiter Volleyball oder besprühten sich gegenseitig mit Schaum.
Das nächste Ziel war der lokale Fleisch- & Käseladen, für den das Dorf bekannt ist. Wir durften 4 Sorten Käse testen und eine Sorte Schinken. Alles schmeckte nach etwas 🙂 Die Salami durften wir nicht probiert – kauften wir dann nach Geruch trotzdem, zusammen mit einem Pfund Käse. Die Salami war tatsächlich die beste Wurst in ganz Südamerika – für Thüringischer Verhältnisse Mittelmaß aber für hier echt toll. 🙂

Wir gingen dann noch zur Markthalle um Hühnchen mit Pommes und Salat von einer Oma zu kaufen und dann zurück zum Marktplatz wo der Fasching startete. Jedenfalls hatten die Leute aufgehört Volleyball zu spielen und viele Menschen waren da und Kinder besprühten sich mit Schaum aus der Dose. Da so richtig aber noch nichts los war und es immer noch tröpfelte, ging es zurück zum Hostel.
Kaum im Hostel angekommen schüttete es draußen auch wie aus Eimern. Wir entschieden uns nicht noch mal raus zu gehen, sondern stattdessen den Abend vor dem Kamin zu verbringen. 🙂

Am nächsten Morgen, Mittwoch den 22.02.2017 hatte es zum Glück aufgehört mit regnen und wir konnten nach dem Frühstück noch auf einen kleinen Berg 100 Meter oberhalb des Dorfes gehen – auf 3630 Metern ging es langsamer voran, aber wir kamen trotzdem an und hatten eine tolle Aussicht. 🙂

Bei Salinas in den Anden in Ecuador.

Wieder unten im Dorf ging es noch mal zum Dorfladen, um noch eine Salami zu kaufen. Kurz nach 11 Uhr saßen wir wieder im Sammeltaxi/Pickup und es ging zurück nach Guaranda, von wo aus 12:30 Uhr unser Bus nach Ambato startete. Das Busterminal hatten wir nach 10 Minuten durch die Stadt auch gefunden. 😉

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