Wenn ich schon mal hier bin

Tag 133 bis 135 – Ambato

Lage von Ambato.

Am Mittwoch (22.02.2017) erreichten wir etwa 14:30 Uhr nach 2 Stunden Fahrt von Guaranda aus Ambato. Es war diesmal ein Highway mit etwas mehr Platz auf der Straße, was die Fahrt schon angenehmer machte. Kurz vor dem Ziel fragte mich Henny, warum wir eigentlich in diese Stadt wollten, aber ich wusste es auch nicht mehr.. Der Reiseführer widmete der Stadt eine ganze halbe Seite und bezeichnete diese als nicht touristisch, sondern als eine gewöhnliche ecuadorianische Stadt.. das war für uns Grund genug, 2 Nächte dort zu verbringen. 🙂

In der Stadt gab es auch keine Hostels oder etwas vergleichbares, sondern nur Business-Hotels. Eines davon hatte ein Angebot von 30 Dollar die Nacht mit Frühstück für uns beide zusammen. Das klang fair. Es wurde erwähnt, dass dieses Hotel 3 Sterne hat, aber nicht, dass es direkt an einer vierspurigen Hauptstraße liegt. Unser Zimmer in der 6. Etage – ohne Aufzug bei 2550 Metern ü.n.N – war zwar groß, aber der Lichtschalter im Bad war defekt und sowohl das Licht als auch der Lüfter liefen die vollen 2 Tage durch. Das sind also 3 Sterne in Ecuador. 😉  Aber ansonsten war es dort schon ganz gemütlich, nur eben ziemlich ziemlich laut durch die Straße.

Auf dem Weg zum Hotel kamen wir auch an einem Trabbi vorbei. Die Autos aus Pappe sind eben unkaputtbar. Leider fanden wir ihn nicht wieder für ein Foto, aber er wird bestimmt noch eine Weile dort oder in der Umgebung fahren. 🙂

Nach dem Check-In gingen wir erstmal los in Richtung Zentrum. Wir kamen bei einem Kolumbianer vorbei und entschieden uns ein verspätetes Mittagessen zu uns zu nehmen. Während wir dort saßen und aßen, fand auch gerade eine Lebensmittelkontrolle statt. Zwei Kontrollöre waren im Lokal und zwei bewaffnete Polizisten beobachteten von draußen die Lage – da hat wohl mal jemand schlechte Erfahrungen gemacht. 🙂  Am Ende der Kontrolle musste der Kolumbianer ein „Rauchen-Verboten-Schild“ aufhängen. Das geschah dann auch gleich in ausgedruckter Papierform. Wenn die keine anderen Probleme haben, haben die quasi keine. 🙂  Nach dem Mittag bestellten wir dort noch einen Kaffee, da wir während der Kontrolle die Worte „cafe pasado“ gehört hatten und uns das Hoffnung machte. Wir wurden auch nicht enttäuscht und bekamen einen richtigen kolumbianischen Kaffee mit einem süsslichen Nussaroma. Ein richtig richtig toller Kaffee! 🙂

Im Zentrum stellten wir fest, dass der Reiseführer nicht zu viel versprochen hatte. Auf dem Hauptplatz gab es einen elektrischen Touristenführer, bei dem man sogar die Anzeige auf Englisch umstellen konnte – nur ohne Effekt. 🙂  Und alles, was dort gezeigt wurde, war außerhalb der Stadt. Lediglich die „Fiesta de Frutos y Floras“ (das Früchte- und Blumenfest) war erwähnenswert für die Stadt direkt. Auf dem Rückweg gingen wir noch durch zwei typische Märkte – alles wie überall. Wir kauften auch ein paar Weintrauben und vergaßen, dass es ein Importprodukt ist. Somit bezahlten wir 4 Dollar für knapp 1kg Lehrgeld und waren echt baff, zumal die Weintrauben Kerne hatten.. 😉

Wieder im Hotel stellten wir fest, dass das nächste Geräte Auflösungserscheinungen hatte. Die Objektivverriegelung bei Henny seiner Kamera hing fest. Nur mit viel Geduld und beim 20. oder 30. Versuch konnte man das Objektiv losdrehen. Wir gingen in einen kleinen Elektroladen, welcher am Schaufenster hängen hatte, dass sie Kameras und andere Sachen reparieren. Dort ließ sich das Objektiv leider partout nicht lösen.. Zurück im Hotel brachte eine Google-Suche auch nur Worst-Case Szenarien zum Vorschein, z.B. Aufsägen der Kamera oder des Objektivs, wenn es gar nicht mehr geht. Das waren schlechte Nachrichten die wir nicht lesen wollten und die die Stimmung drückten. Wir probierten es quasi den ganzen Abend und irgendwann gelang es mir dann noch mal das Objektiv zu lösen. Das klebten wir hinten einfach ab da wir keinen Deckel dafür hatten. Für den Body hatten wir zum Glück durch meine neue Kamera einen Verschluss und damit wollten am nächsten Tag noch mal in dem Laden unser Glück versuchen.

Eine weitere Erkenntnis war das sehr sehr schlechte Internet. Da am nächsten Tag meine Mama Geburtstag hatte, wollte ich sie natürlich unbedingt anrufen und so schaute Henny mal genauer was da los war. Wir empfingen das WLAN von 3 Etagen und alle 3 Geräte waren mit dem Standardpasswort verstehen. So konnte Henny die Kanäle sinnvoller einstellen und dadurch war das Internet stabil genug für Facetime und Skype. Als er einmal dabei war hat er auch gleich das Admin-Passwort auf unserer Etage geändert – Lernen durch Schmerz.. 😉

In der Nacht war es ziemlich laut im Zimmer, da die Straße zu jeder Tageszeit sehr ausgelastet war. Somit waren wir auch gleich ganz früh beim Frühstück und danach rief ich meine Mama an. Kaum hatte ich sie am Telefon, verabschiedete sich Henny mit seiner Kamera – er wollte wohl lieber alleine in den Elektroladen um seine eventuell schlechte Laune nicht an mir auszulassen.. Der Mann im Laden löste ein paar Schrauben am Bajonett-Verschluss (während er kaute) und versuchte dann den Metallring mit einem Buttermesser heraus zu hebeln. Das ganze war erfolglos und so sagte er nur zu Henny, dass die Kamera tot ist. Dann ging es zu einem empfohlenen Einkaufszentrum, aber dort gab es nur Kühlschränke und Fernseher und so kaufte Henny stattdessen lieber einen Schraubenzieher auf dem Rückweg um es selbst auch noch einmal zu versuchen. Beim Anschauen von Videos stellten wir fest, dass man zum Öffnen des Gehäuses hinten anfangen muss und auch eine abgewinkelte Pinzette braucht – das war der Moment indem Henny dann wieder aufhörte. Henny fragte „das Internet“ sowie meinen Bruder und einen anderen Freund und danach gingen wir los um WD40 zu kaufen und fanden auch tatsächlich in einem Laden für Lager verschiedener Größen das Wundermittel. 🙂

Um eine ruhige Hand zu bekommen, mussten wir erst mal etwas essen. Am Vortag hatten wir einen Cubaner entdeckt – das Essen war zwar nicht kubanisch, aber es schmeckte und wir konnten ein paar Zahnstocher für die Reparatur einstecken. Den Kaffee danach gab es wieder beim Kolumbianer..

Da braucht man starke Nerven und ruhige Hände.

Im Hotel probierten wir das auch gleich: die Zahnstocher-Spitze mit WD40 einsprühen und damit eine kleine Menge in das Gehäuse einbringen. Es hat funktioniert, die Verriegelung arbeitet wie am ersten Tag. 🙂 Und auch wenn die Kamera schon längst ihren Zenit überschritten hat und es nur eine Frage der Zeit ist, es ist toll dass wieder alles geht, gerade weil wir hier schlecht Ersatz bekommen würden..

Am Nachmittag wollten wir noch ein paar Fotos von der Stadt machen, aber gerade als wir vor die Tür traten, fing es an zu regnen und eine große dunkle Wolke ließ keinen Grund für Zuversicht. Also wieder ins Hotelzimmer und weiter am Blog arbeiten. Erst gegen 17:00 Uhr klarte der Himmel auf und wir konnten noch mal raus. Der Park in der Nähe erwies sich zwar als Betonwüste, bot trotzdem ein paar Motive.

Zum Abendessen gab es wieder Salami und Käse aus Salinas. Und auch wenn wir jetzt Salami und Käse haben die schmecken, hier gibt es nur süße Kuchenbrötchen und das passt irgendwie auch nicht zusammen. Aber Ananas und Bananen gibt es ja auch noch.

Da uns das ecuadorianische Bier nicht so geschmeckt hat entschieden wir uns zur Feier des Tages beim Kolumbianer ein Bier zu kaufen. Das war deutlich besser als das ecuadorianische, aber ich werde trotzdem kein weiteres kaufen. 😉

Die Nacht war dann auf Grund des Lärms wieder weniger erholsam und so waren wir schon um kurz nach 8 Uhr beim Frühstück – um uns herum Schlipsträger. 🙂  Da der Check-Out bis 12 Uhr war und unser nächstes Ziel Quito nur 2 1/2 Stunden entfernt war, blieben wir noch bis kurz nach 11 Uhr auf dem Zimmer. Dann ging es die 10 Minuten zu Fuß zum Busterminal und dort ging es auch wieder direkt weiter..

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