Wenn ich schon mal hier bin

Tag 135 bis 139 – Quito und Mitad del Mundo    

 

Lage von Quito.

Am Busterminal in Ambato angekommen machten alle Stress das wir schnell zum Bus gehen sollen, aber wir kauften uns trotzdem erstmal was kaltes zu trinken bevor wir einstiegen, denn bei 2 1/2 Stunden Fahrzeit kann das nicht schaden. 🙂  Die Fahrt zur höchsten Hauptstadt der Welt Quito kostete 3 Dollar pro Person und da wir uns auf einer großen Bundesstraße fortbewegten, ist die Fahrweise auch relativ angenehm gewesen, nur die Lautstärke des Ballerfilms im Bus nervte – aber man kann halt einfach nicht alles haben..

Am Terminal Quitumbe (südwestlich von der Altstadt) angekommen essen wir erstmal eine Kleinigkeit und fahren dann mit dem Taxi in die Stadt zum Hostel. Dort reagiert circa 10 Minuten lang niemand auf unser Klingeln und gerade als wir aufgeben wollen öffnet uns doch noch jemand die Tür. Dann geht es ganz hoch auf die Terrasse des Hauses, dort wurde unser Zimmer sowie ein Bad angebaut. Das Zimmer war klein aber okay, die sanitäre Einrichtung wollte weder ich noch Henny ohne Schuhe betreten. Komischerweise gab es weder Toilettenpapier noch eine Klobrille, da braucht man auf Handtücher gar nicht hoffen. Wir dachten uns das wird schon irgendwie gehen und gingen erstmal in die Stadt um die Touristeninformation zu suchen. Direkt bei der Info sind auch sehr viele Touranbieter für alles mögliche in und um Quito, eine direkte Info mit Stadtplan und Informationen wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln irgendwo hin kommt gibt es allerdings nicht. Man muss hier anscheinend einfach Touren buchen..

Da eine Dschungeltour mindestens 4 Tage beansprucht, fällt das diesmal weg und wird irgendwann zusammen mit den Galapagos Inseln zusammen nachgeholt. 😉  Stattdessen gibt es für diesen Aufenthalt einen Hop on Hop off Bus durch die Stadt und wir wollten nach Mindo und zum Äquator.

Als wir mit den nötigen Infos versorgt waren ging es erstmal zurück zum Hostel, denn Henny fühlte sich auch nicht besonders und hatte Kopfschmerzen. Im Hostel angekommen stellten wir fest, dass unser Schlafplatz Löcher in der Wand hat, welche zwar für „Frischluft“ sorgen, dass Zimmer aber auch unheimlich laut werden lassen. Wir entschieden uns dass wir nur eine Nacht bleiben und suchten bei einer Tasse heißer Schokolade schon mal nach Alternativen für die kommenden 3 Nächte. Ich wusch gerade noch die Tassen ab als Henny schon hochgeht und sieht, dass während unserer Abwesenheit der Hund des Hostels noch zwischen unsere Zimmertür und die Badtür einen großen Hundehaufen gelegt hat. Wir müssen also aufpassen dass wir da nicht reintreten. Da entschied Henny spontan um und buchte auch für diese Nacht schon eine neue Bleibe. Also packten wir fix unsere Sachen zusammen, legten 10 Dollar auf das Bett (so viel wie eine Nacht kostete) und verließen das Haus um uns ein Taxi  zu unserem Hotel zu nehmen. Für 5 Dollar mehr die Nacht haben wir in diesem Hotel richtigen Luxus mit Klobrille, Toilettenpapier, Handtücher und es gibt sogar einen Wasserkocher in der Küche – der Wahnsinn. 🙂  Wir essen nur noch etwas und legen uns dann schlafen, denn gerade Henny sieht auch ziemlich fertig aus.

Im Park „La Carolina“.

In der Nacht konnten wir beide kaum schlafen, obwohl das Zimmer relativ leise und das Bett bequem war.. Relativ müde ging es dann am Samstag mit einem Taxi zum Startpunkt der Seilbahn TelefériQo. Dort angekommen wird uns gesagt, dass es oben ziemlich nebelig ist und nieselt und dass wir wahrscheinlich nicht viel sehen werden. Dann lohnt es sich auch nicht hochzufahren und stattdessen nehmen wir uns ein Taxi zum Plaza Grande um zur Touristeninfo zu kommen. Von dort wollten wir dann noch den Hop on Hop off Bus erwischen. Das hat auch wunderbar gepasst und wir fahren damit bis zur Straße der Nationen und laufen dann von dort aus den Park entlang zum botanischen Garten. Dort in der Nähe befindet sich auch eine Art Döner, bei welchem wir dann erstmal was essen mussten – den ersten Döner seit wir auf Reise sind. Der war einfach super lecker.. njam njam.. 🙂

Da Henny sich wohl eine Erkältung eingefangen hat gehen wir nur noch zur Apotheke und mit dem nächsten Bus geht es zum Aussichtspunkt El Panecillo bevor wir wieder zum Plaza Grande um von dort aus mit einem Taxi zurück zum Hotel zu fahren. Während Henny sich im Hotelzimmer hinlegt sitze ich in der offenen Küche mit Jacke und Mütze und schreibe ein wenig im Reisetagebuch und sortiere ein paar Bilder.

Am Sonntag morgen geht es Henny wieder besser und so entschieden wir uns nach dem Frühstück eine geführte Tour zum Äquator zu nehmen, welche gegen 10 Uhr losgehen soll. Da am Sonntag die Innenstadt für Autos und Buse gesperrt ist, musste sich der Bus einen anderen Weg suchen (wenn ich auch nicht verstehe wie er das die anderen Sonntage macht, aber egal..) und so suchten der Busfahrer und unser Guide Alex nach alternativen Wegen. In einer Straße nahm der Bus dann eine Stromleitung mit. Etwa 10 Minuten später ist der Bus wieder am fahren, dass Haus ist ohne Strom, die Dachplane vom Bus ist beschädigt aber es ist niemandem etwas passiert, auch nicht den Passagieren die oben saßen ging es gut. Bis dahin hatte sich der Preis für die Fahrt also schon gelohnt. 😉

Geobotanisches Reservat Pulilahua. Blick auf das Dorf im Vulkankrater.

Als erstes ging es zum Vulkankrater und geobotanischem Reservat Pululahua. Dort hatten wir eine kurze Pause für Fotos vom Dorf im Krater. Henny fing an zu bibbern obwohl es gar nicht kalt war – so viel zum Thema es geht im wieder viel besser.. Aber mit dem Taxi wollte er auch nicht zurück, also durchhalten und weiter ging es zum Intiñan Museum, wo es eine kleine Führung durch das Museum gab. Dabei wurden erst die Ureinwohner mit ihren Ritualen, Lebensweisen und Weltanschauungen erklärt und danach sahen wir die Geschenke der anderen Länder Südamerikas bevor die spielerischen Experimente zur Äquatorlinie begannen: wie fließt das Wasser wo ab, balanciere ein rohes Ei auf einem Nagelkopf aus und Laufe auf der „Äquatorlinie“ mit geschlossenen Augen um die Corioliskraft zu spüren. Das war auf jeden Fall sehr unterhaltsam.. 

Intiñan Museum – Das Ei-Diplom bekommt man, wenn man ein Ei auf einem Nagel ausbalanciert.

Im Anschluß ging es um die Kakao Verarbeitungsprozesse und wie aus dem Kakao letzten Endes Schokolade wird. Diesmal kaufen wir eine Tafel mit 70% Kakaoanteil, da Henny die mit 100% schrecklich fand..

Zum Schluß bekomme ich ein Zertifikat für das Ei ausbalancieren auf dem Nagel – schon das zweite Zertifikat dieses Jahr, das erste gab es für den Sprung ins antarktische Wasser. Aber Zertifikate sind ja wichtig, da sie Erfahrungen bescheinigen. 😉

Intiñan Museum – Kurzweiliger Besuch bei der Äquatorlinie.

Der nächste Programmpunkt der Tour ist die Stadt und das Monument „Mitad del Mundo“ (Übersetzt etwa „Mitte der Welt“). Dort laufen wir als erstes einmal um das Monument herum, welches den von den Franzosen gemessenen Äquator markiert. Das stimmt allerdings nicht ganz, aber in der Nähe soll ein Bauwerk von vor über 1000 Jahren von den Ureinwohnern sein, welches den Äquator genauer markiert als den von den Franzosen gemessenen.. 😀 😀

Nachdem wir im Momument selbst waren entschieden wir uns, etwas zum Mittag zu essen. Das dauerte leider so lange, dass wir die Vorführung im Planetarium verpassten, was echt schade ist. Also kauften wir uns nur noch ein T-Shirt und dann ging es zurück zum Bus und zurück nach Quito.

Während der Busfahrt buchten wir ein zweites Hotelzimmer für die kommenden Nächte, sodass sich Henny in Ruhe auskurieren konnte und ich nicht die ganzen nächsten Tage in der Open-Air-Küche verbringen musste. Abends wollte Henny nichts essen aber ich schmierte ihm trotzdem Salami Toast. Da er noch nicht mal mehr die beste Salami auf dem ganzen Kontinent runter gegessen hatte schien es ihm wirklich schlecht zu gehen. 🙁

Am nächsten Morgen, Montag den 27.02.2017, wurde ich wach, weil jemand wie verrückt vor dem Haus schrie. Ich schaute aus dem Fenster und sah eine Nonne mit Schlagstock weglaufen – ob sie nun sich selbst oder jemand anderes den Teufel austreiben wollte weiß ich nicht und ich wollte es auch nicht herausfinden. Als die Gasse vor unserem Haus dann Menschenleer war ging ich einkaufen, denn wir hatten kaum noch etwas zu essen. Henny bekam dann Essen und immer mal einen Tee ans Bett gebracht, damit er sich ausruhen und schlafen konnte. Ich saß ansonsten in meinem Zimmer und telefonierte mit meiner Familie, sortierte Fotos und kümmerte mich um ein Work & Travel Visum in Neuseeland. 🙂

Am nächsten Tag saß Henny auch wieder mit unten in der Küche zum Frühstück und aß auch wieder Salami. Also gehts ihm wirklich besser. 😉 Da er auch meinte dass das mit dem Flug nach Kolumbien gehen wird packen wir in Ruhe zusammen und nehmen uns dann ein Taxi zum Flughafen. Mittag gab es am Flughafen bei KFC aber das schmeckte überhaupt nicht. Ich suchte dort noch mal eine Apotheke und die hatten auch noch mal die Tabletten die Henny schon nahm..

Als wir dann unser Gepäck aufgeben wollten werden wir gefragt wann wir Ecuador wieder verlassen werden wenn wir am 22. März wieder einreisen. Erst erklären wir der Frau ganz normal dass wir das nicht vorhaben und zeigten ihr auch unsere Flugdaten nach Neuseeland am 7. März. Zum Schluß wurden wir ein wenig pampig bis sie uns in Ruhe ließ..

PS: Sollte der Beitrag etwas konfus sein, liegt es wahrscheinlich daran, dass ich mich auf Grund des Stadtlärms kaum konzentrieren kann. Jeder noch so kurze Gedankengang wird durch ein MÖÖP MÖÖP unterbrochen. Aber morgen geht’s erst nach Santiago de Chile und dann auf nach Neuseeland und sowohl Santiago als auch Auckland sind ganz andere Großstädte..