Tag 139 bis 142 – Bogotá

Am Dienstag, den 28.02.2017, flogen wir dann von Quito nach Bogotá. Der Flug hatte eine Zwischenlandung in Panama City und dauerte daher etwas länger, war aber an sich ohne besondere Vorkommnisse. Für Kolumbien mussten wir während des Fluges wieder mal ein Einreiseformular ausfüllen. Das Formular erhielten wir im Flugzug leider nur auf Spanisch, somit waren wir froh am Flughafen dann auch die englische Version zu bekommen. Die Fragen sind zwar immer wieder ähnlich, aber Verstehen ist besser als Vermuten. 🙂

In Bogota selbst standen wir erstmal eine Stunde bei der Passkontrolle an, aber dann bekamen wir problemlos unseren Stempel und unsere Rucksäcke warteten auch schon auf uns. Wir nahmen uns auch gleich ein Taxi zu unserem Hostel und auf dem Weg dahin sahen wir an jeder Straßenecke jemanden vom Militär, von der Polizei oder private Sicherheitskräfte mit Hunden und Waffen stehen – das war und ist schon ein wenig merkwürdig aber andere Länder… Gegen 00:40 Uhr erreichten wir unser Hostel, der Besitzer öffnete uns die Tür und gab uns den Schlüssel für das Zimmer. Danach legten wir uns auch direkt ohne Check-In schlafen, das hatte alles Zeit bis zum nächsten Morgen.

Als wir am nächsten Morgen, dem ersten Tag im März, gegen 11 Uhr wach wurden, wurden wir auch gleich vom Gastgeber mit einem Stadtplan und den wichtigsten Infos zur Stadt und Umgebung versorgt. Das war echt super, denn wir mussten auch erstmal Geld abheben, Henny brauchte etwas gegen seine Erkältung (selbst wenn er das nicht so sah 😉 ) und Hunger hatten wir auch.

Nachdem wir in einem kleinen Lokal frisch gepressten Saft und Omelett zur Stärkung zu uns genommen hatten, begaben wir uns auf die Suche nach Geld. Am ersten Automaten stand ich 45 Minuten an (da Henny sich nicht so gut fühlte saß er auf einem Stuhl am Rand) und dann kam kein einziger Peso raus, bei dem zweiten musste ich zum Glück nur 20 Minuten anstehen. Echt der Wahnsinn, über eine Stunde anstehen für ein wenig Bargeld. Aber ich hatte noch Glück, denn aus diesem Automaten holte ich die letzten vorhandenen kolumbianischen Pesos.

Während wir im Supermarkt einkauften fing es in Strömen an zu regnen und da das Dach vom Supermarkt kaputt war haben die Angestellten alle Hände voll zu tun gehabt die Ware ins Trockene zu bringen. Vor dem Supermarkt versammeln sich währenddessen sehr viele fliegende Händler um Regenschirme zu verkaufen, aber wir warten einfach ein wenig bis der Platzregen nachließ und liefen dann langsam zurück zum Hostel. Dort nahm Henny eine Aspirin und den Pax Té Noche (Tee für die Nacht) und legte sich schlafen. Um ihn nicht zu stören schnappte ich mir meine Kamera und verschwand für ein paar Stunden in der Innenstadt. Abends gingen wir zu einem Italiener eine Querstraße weiter, die kulinarische Abwechslung tat richtig gut. Wieder im Hostel legte Henny sich schlafen und ich sicherte die Fotos und schrieb im Reisetagebuch.

Bogotá – Am Plaza de Bolívar.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück im Hostel zur Touristeninformation, da diese Donnerstags um 10 Uhr eine kostenlose Stadtführung anbietet. Zusammen mit einer Studentin aus Bogota und der Angestellten der Touristeninfo ging es dann auch kurz nach 10 Uhr los. Leider ist das Englisch nicht wirklich gut gewesen und wir verstanden nicht besonders viel. Es ging einmal quer durch das Zentrum, zum zentralen Platz in der Stadt, dann am Präsidentenpalast vorbei und über das Theater und durch ein paar Straßen mit Namen von Menschen, die man kennen „muss“. Nach zwei Stunden war die Führung vorbei – abgelaufen war ich das alles schon allein am Vortag, hängengeblieben ist nicht so viel (abgesehen vom Namen Simon Bolivar den ich vorher schon kannte), aber ich habe es ja eh nicht so mit Namen 😉Aber gut, so hatte Henny auch die Chance ein wenig von der Innenstadt zu sehen.

Danach begaben wir uns wieder auf die Suche nach Bargeld. Da der Geldautomat vom Vortrag keine Pesos mehr hatte, versuchten wir es bei anderen und bekamen auch beim vierten Automaten ein wenig Papiergeld ausgespuckt. Davon kaufen wir dann als erstes bei einem Straßenhändler ein kleines leeres Buch als nächstes Reisetagebuch und für jeden ein T-Shirt als Andenken. Nach einiger Überlegung kaufte ich mir auch eine neue kleine Umhängetasche, denn obwohl ich meine während der Busfahrten durch die Anden geflickt hatte, wurde der Stoff an den nächsten Stellen dünn..

Mit Hinblick auf die am nächsten Tag anstehenden Taxifahrt zum Flughafen überlegten wir uns, nochmal Geld abzuheben – eine kleine Odyssee begann die den kompletten Nachmittag ausfüllte und uns weitere Stadtteile erkunden ließ. Alle uns bekannten Geldautomaten waren leer bzw. wollten uns aus anderen Gründen kein Geld geben. Wir irrten durch die Innenstadt und verließen diese auch – ein Spaziergang in eine völlig andere Welt. Die Innenstadt von Bogota ist sauber, relativ leise und macht einen guten Eindruck (abgesehen vom Militär und Sicherheitspersonal mit deren Waffen). Fünf Blocks weiter zeigte sich uns eine komplett andere Stadt. Laut, dreckig, herunter gekommen und voll.

Bogotá – Fünf Blocks vom Stadtzentrum entfernt..

Als wir irgendwann realisierten, dass wir dort mit unseren Kameras nicht so gut aufgehoben sind, sind wir Mitten im „Leben der Stadt“. Und tatsächlich, auf dem Rückweg zum Zentrum stellen wir fest: es dauert ein Block und das Stadtbild wandelt sich grundlegend. Einen Geldautomaten hatten wir aber immer noch nicht gefunden. Zum Glück fanden wir eine Wechselstube und konnten einen Teil unserer Notfall-Dollar umtauschen. Insgesamt waren wir über 4 Stunden (mit Mittagessen) auf der Suche, bei 8 Geldautomaten und einigen Banken direkt am Schalter.

Quittungen von Fehlgeschlagenen Geldabhebungen.

So richtig Lust hatte Henny danach nicht mehr auf die Stadt, aber ich überredete ihn noch mit einem Taxi zur Seilbahn-Tal-Station (Teleférico) des Monserrate-Bergs zu fahren – auch um noch einen guten Abschluss und letzten, guten Eindruck von der Stadt zu erhalten. Vom Berg aus hat mein einen guten Blick über die Stadt und wir hatten auch eine gute Weitsicht.

Am Freitag, 03.03.2017, ging es am Morgen mit dem Taxi zum Flughafen – die letzte Stadtion in Südamerika wartete auf uns. Bei der Passkontrolle stehen wir wieder eine Stunde und warten darauf, dass wir einen Stempel in den Pass bekommen. Dort gerät Henny dann noch an eine, die den Stempel auf der ersten Seite im Pass bei Vermerke stempelt (auf der Seite wird eigentlich der neue Wohnort etc vermerkt) und dann ist die Laune erstmal richtig gut 😉

Um 11:36 Uhr startete der Flieger mit 25 Minuten Verspätung in Richtung Panama.

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